Perlebergerin lud ein : Schlossbesichtigung im Friseursalon

Innendekorateurin ehrenhalber Jurita Nering – sie hat ein wahres Händchen für Einrichten, ob Wohnhaus oder Palast.
Innendekorateurin ehrenhalber Jurita Nering – sie hat ein wahres Händchen für Einrichten, ob Wohnhaus oder Palast.

Jurita Nering öffnete übers Wochenende ihre vier zum Teil hochherrschaftlichen Häuser und lud ein zum Blick in eine Traumwelt.

23-11368046_23-66107915_1416392335.JPG von
29. Januar 2018, 12:00 Uhr

Jurita und Jens Nering haben sich nicht nur den Traum vom einem eigenen Haus erfüllt. Vier weitere, zum Teil hochherrschaftliche, nennen sie ihr Eigen. Und alles begann mit einem Geburtstagsgeschenk.

Für seine Frau baute der gelernte Bau- und Möbeltischler ein Haus. Richtiger gesagt, er sorgte für den Rohbau eines solchen. Von den Maßen her war dieser zwar originalgetreu allerdings in Puppenstubenformat. „Es war ein Mädchentraum, den er mir erfüllte“, gesteht die gelernte Friseurmeisterin, die ein Händchen und einen Faible für Mode und Dekoratives hat, wie sie sagt. Das konnte sie nun ausleben, denn das Haus musste schließlich wohnlich ausgestattet und eingerichtet werden. Tapeten und Fußboden spuckte der Computer aus, Möbel wurden gekauft oder bekam sie geschenkt, denn auch in Miniaturformat haben die schon einen stattlichen Preis.

Das Haus war fertig, die beiden Bauherren aber erst so richtig auf den Geschmack gekommen. Also wurde ein zweites gebaut. Für den Rohbau, Treppen, E-Anlage und dergleichen hatte Jens, der heute als Kriminaltechniker arbeitet, den Hut auf. Jurita übernahm die filigranen Arbeiten im entstehenden Geschäftshaus. Denn der Markt bot nur eine überaus begrenzte Auswahl dessen, was in einen Blumenladen, in ein Café und in eine Schneiderei gehört. Und was er anbot, hatte eben auch seinen Preis.

Selbst ist die Frau und in den zarten Frauenhänden verwandelte sich farbige Knete in leckere Torten und Kuchen fürs Café, Stecknadeln wurden zu Blumenköpfen, Stoffreste, Silberpapier und dergleichen zu hauchzarten Blütenblättern. Es gibt eigentlich nichts, für das die Wohndekorateurin ehrenhalber keine Verwendung hat.

Alle guten Dinge sind drei – ein Südstaatenhaus, so mit Balkonen und Säulen, das wäre es. Da der Ehemann mittlerweile mindestens genauso vernarrt in die Häuser aus Sperrholz war, baute er für seine bessere Hälfte ein weißes Haus. Statt der klappbaren Fassade wie die Vorgänger hat jenes eine aus Plexiglas, der Fußboden Marke Eigenbau aus richtigem Holz, die Wände mit Stoff bespannt, im Bad 1000 kleine aus Gips selbst gegossene Fliesen und alle Möbel selbst gebaut, Kleider aus der eigenen Schneiderei oder solche von der Stange wurden hier stilecht mit Spitze und Glamour versehen. Kurzum, ein Prachtbau mit Salon, Muschelbadewanne und Zimmern, eines schöner als das andere, ist entstanden. Was nun noch fehlte „war der Palast der Träume“, gesteht Jurita Nering.

Zwölf Jahre bauen die beiden nun an ihrem Schloss. Die Zimmer sind fertig, es fehlt nur noch die Außenfassade. „Dafür werden aber auch noch zwei Jahre mindestens ins Land gehen“, schätzt Jurita. Denn die Bauerei sei ihr Hobby, „wir bauen, wenn uns der Sinn danach steht“.

Ein bisschen Goldener Saal Ludwigslust, etwas Schloss Schwerin und einwenig Sanssouci wird der Betrachter entdecken. Aus dem federleichten Balsaholz entstand die königliche Inneneinrichtung, aus Gips und Goldfarbe die Stuckornamente und Verzierungen, auf dem Computer die Wappen für die Galerie, aus Perlen und Stecknadelköpfen die Parfümflakons, Holz, Papier und Stoff wurden zu Büchern, die in langen Reihen in der Bibliothek stehen, und aus tausenden Perlen zauberte die Perlebergerin den majestätische Kronleuchter.

All das konnte man nun am Wochenende im Salon der Friseurmeisterin selbst in Augenschein nehmen bei der Haus- und Schlossbesichtigung in Miniaturausführung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen