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Der Prignitzer

13. Dezember 2017 | 00:34 Uhr

„Schließt sie in euer Herz“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Familie Lucht stiftet der Stadt Lenzen eine Skulptur der Brezeltante / Künstler Bernd Streiter schuf die lebensgroße Statue

von
erstellt am 11.Apr.2014 | 10:50 Uhr

Anna Grieben, geborene Götzen, ist bis heute eine der am meisten geschätzten Frauen in Lenzen. Der Überlieferung nach setzte sich die einst wohlhabende und 1617 verstorbene Dame im Mittelalter mildtätig für die einheimischen Schulkinder ein. Gestern wurde ein Denkmal mit dem Abbild der Wohltäterin vor dem Rathaus feierlich enthüllt. Die Skulptur zeigt Anna Grieben in barocken Kleidern, dem Betrachter eine Brezel reichend.

Die lebensgroße Bronzestatue schuf der Mödlicher Künstler Bernd Streiter. Als Vorbild für seine Skulptur nahm er sich das der Stifterin der „Brezelsalve“- daher auch der Name Brezeltante - gestiftete Sandstein-Hochrelief in der St.-Katharinen-Kirche zu Lenzen. Nicht ganz so „gewichtig“ wie auf dem Epitaph, dafür aber detailverliebt und mit reichlich Ornamenten verziert, stellte Streiter die Verstorbene mit besänftigendem Blick dar.

Rund ein Dreivierteljahr dauerte der Prozess, bis aus ersten Skizzen und Modellen das später in Berlin in Bronze gegossene Standbild entstand. „Die größte Herausforderung war der geflochtene Korb“, gab Bernd Streiter, auch Schöpfer der Figurengruppe vor der Lenzener Burg oder des Ferkelbrunnens und der Gänsestele in Perleberg, zu. „Schön, dass die einstige Sponsorin nun selbst einen Sponsor gefunden hat.“

Die Idee, der Brezeltante ein Denkmal zu stiften, stammt von Günter und Renate Lucht, die auch die Finanzierung des Projektes übernahmen. Das aus Hamburg stammende und seit einigen Jahren in Lenzen beheimatete Ehepaar wollte „einen Punkt in der Lenzener Altstadt setzen.“ Günter Lucht hat noch eine Bitte an alle Lenzener: „Schließen Sie die Brezeltante in ihr Herz. Beschützen Sie sie, damit ihr nichts Böses passiert. Dann ist das der schönste Dank für uns alle.“

Seit gut zehn Jahren schlüpft Daniela Wagner in die Rolle der historischen Figur, ob als Stadtführerin, oder bei den Veranstaltungen der Karnevalisten, auf der sie in der Bütt schonungslos Missstände in der Stadt aufzeigt. „Die Skulptur ist richtig toll geworden, fast ein Ebenbild zum Relief in der Kirche“, erklärte sie und traf damit den Nerv aller Schaulustigen.

Und wie sagt Daniela Wagner beim Karneval immer so treffend? „Wenn einer Stadt soviel Gutes wiederfahrt, dann ist das eine Brezel wert.“


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