zur Navigation springen

Rentner erbost : Schlecker erkennt Gutscheine nicht an

vom

Frohen Mutes besuchte der Perleberger Herbert Wustrack am Dienstag die Schlecker-Filiale in der Bäckerstraße. In der Tasche hatte er zwei neue Geschenkkarten der Drogeriekette. Doch an der Kasse kam das böse Erwachen.

svz.de von
erstellt am 24.Jan.2012 | 10:11 Uhr

Perleberg | Frohen Mutes besuchte der Perleberger Herbert Wustrack gestern die Schlecker-Filiale in der Bäckerstraße. In der Tasche hatte er nämlich zwei Geschenkkarten dieser Drogeriekette, jeweils im Wert von zehn Euro. Die hatte er als Präsent von einer Verwandten bekommen und wollte sie nun einlösen. Also packte er seinen Einkaufskorb voll. "Ich nahm vom Wert her sogar ein bisschen mehr", erzählt der rüstige Rentner. Doch an der Kasse kam das böse Erwachen. "Man könne mir die Gutscheine nicht mehr abnehmen, ich müsse bar bezahlen", beschreibt der Perleberger das Geschäftsgebaren in der Schlecker-Filiale.

Herbert Wustrack ist mehr als verärgert, denn er hat die Kaufbelege für die beiden Geschenkkarten. Sie wurden am 18. Januar dieses Jahres erworben, also erst vor wenigen Tagen, und das genau in der Perleberger Filiale in der Bäckerstraße. "Die können doch die Insolvenz nicht auf dem Rücken der Kunden austragen", macht er seinem Ärger Luft.

Der "Prignitzer" versuchte gestern, einen Verantwortlichen von Schlecker ans Telefon zu bekommen. Doch die Pressestelle des Insolvenzverwalters verwies an eine Service-Hotline der Drogeriekette. Die ist aber offenkundig nur für Homeshopping-Kunden gedacht, brachte uns keinen Schritt weiter. Also versuchten wir es per E-Mail. Doch die elektronische Post an Presseanfragen von Schlecker kam prompt als nicht zustellbar zurück. Von der zweiten E-Mail-Adresse, die man uns beim Insolvenzverwalter genannt hatte, erhielten wir zumindest Antwort, jedoch als Kunden, wurden um Geduld gebeten, da "aufgrund unserer aktuellen attraktiven Aktionen" eine unerwartet hohe Anzahl an Rückfragen kämen. Gelandet waren wir wieder beim Schlecker-Home-Shopping-Team.

Nun informierten wir die Verbraucherschutzzentrale Brandenburg über das Gebaren der Drogeriekette, erfuhren von dem Potsdamer Berater und Juristen Andreas Baumgart, dass Schlecker sich mit dem Verkauf der Gutscheine verpflichtet habe, dafür im Gegenzug Waren aus dem Sortiment abzugeben. Und das, zumal ja der Geschäftsbetrieb trotz Insolvenzverfahrens noch läuft. Der Kunde sei also im Recht, zumindest in der Theorie. Rein praktisch sei es aber gerade bei Insolvenzverfahren mitunter schwierig, dieses Recht auch durchzusetzen, räumt Baumgart ein.

Auf jeden Fall, so versprach die Pressesprecherin der Verbraucherzentrale Brandenburg, Evelyn Dahme, werde sie den Bundesverband über diesen Vorfall informieren. Dem Leser rät sie, die Geschenkkarten auf jeden Fall aufzubewahren, denn es könne durchaus sein, dass er sie je nach Verlauf des Insolvenzverfahrens doch noch einlösen könne.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen