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Rettungspunkte im Wald : Schilder im Wald für rasche Rettung

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

In der zweiten Jahreshälfte sollen in Prignitzer Wäldern Rettungspunkte mit genauen Standortdaten aufgestellt werden

svz.de von
erstellt am 19.Mai.2015 | 12:00 Uhr

Wer sich bei einem Waldspaziergang verletzt hat und dann auf die Hilfe des Rettungsdienstes angewiesen war, der musste bislang versuchen, seinen Standort so genau wie möglich zu beschreiben, um überhaupt gefunden zu werden. Das kann sich bald ändern: Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft plant sogenannte Rettungspunkte in den brandenburgischen Wäldern zu beschildern. 1  700 solcher Punkte seien in den Landes-, Privat- und Kommunalwäldern schon festgelegt. Diese sollen eine bessere Orientierung für Rettungskräfte bieten und die Helfer zum konkreten Einsatzort führen.

„Die Beschilderung wird in der zweiten Jahreshälfte beginnen, ein genaues Datum kann ich noch nicht sagen“, so Ralf Rüthnick, Abteilungsleiter im Landesbetrieb Forst Brandenburg.

Seit mehreren Jahren seien die Rettungspunkte den Mitarbeitern des Landesbetriebes sowie den Rettungsstellen bekannt. Dies bestätigen auch der Sachbereichsleiter für Brand- und Katastrophenschutz Erich Schlotthauer vom Landkreis Prignitz und der Werkleiter René Glaeser des Prignitzer Rettungsdienstes. „Wir machen uns aber auch die neueste Technik zunutze. So helfen uns GPS-Daten schon seit längerer Zeit, um Verletzte im Wald aufzufinden“, erzählt René Glaeser. Es gab jedoch bisher wenige Unfälle, bei denen Verletzte in den Prignitzer Wäldern gerettet werden mussten, sagt er.

Die Rettungspunkte basieren auf der Grundlage der „Rettungskette Forst“, die in Notfällen eine schnelle Erstversorgung der im Wald beschäftigten Menschen ermöglicht und dabei hilft, dass professionelle Hilfskräfte, wie Rettungsdienst und Feuerwehr, auf dem schnellstem Weg zum Einsatzort gelangen.

„Wir folgen jetzt dem bundesweiten Trend und treten mit der Beschilderung entschlossen aus der bisherigen Anonymität heraus“, sagt Rüthnick. Das Aufstellen der Schilder ist bisher jedoch noch nicht in allen Forstämtern in der Prignitz bekannt. So hat Bernd Kugler, Funktionsförster der Oberförsterei Gadow, noch keine Informationen zu dem Vorgehen erhalten, heißt es auf Nachfrage unserer Redaktion. Der Leiter der Oberförsterei Bad Wilsnack, Hans-Ulrich Seifert, wisse von den geplanten Schildern, habe jedoch keine konkreten Informationen über die Zahl und die genauen Standorte in seinen Revieren erhalten.

Wie viele Schilder mit den Koordinatendaten pro Revier genau aufgestellt werden, ist derzeit nicht festgelegt, heißt es im Ministerium. Zudem müssen die Eigentümer der Wälder einverstanden sein. Die Standorte werden dann abgestimmt. Bisher waren die Rettungspunkte nur den Waldarbeitern bekannt. Ab sofort kann sich aber auch jeder Waldbesucher auf der Internetseite des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF) über die Punkte informieren und die Daten herunterladen. „So gehen wir auch auf die Bedürfnisse der Wanderer und Radfahrer ein“, erklärt Rüthnick. Jeder hat damit die Möglichkeit, sich den Rettungskräften über die Notrufnummer 112 konkret mitzuteilen und im Fall der Fälle schnell gerettet zu werden.

 

 

 

 

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