Bürger haben Angst um ihre Straße : Schilde: Kein Grund für Tempo 30

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Verkehrsbehörde des Landkreises argumentiert für Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung. Gemeinde Weisen widerspricht.

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03. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Für die Ortsdurchfahrt Schilde bleibt es beim neuen Tempolimit von 50 Stundenkilometern. Darüber informierte die Verkehrsbehörde des Landkreises, zuständig für die Geschwindigkeitsbegrenzungen, auf Nachfrage.

Auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung hatte David Leu, Bürgermeister der Gemeinde Weisen, darüber informiert, dass im Rahmen der zuletzt durchgeführten Verkehrsschau das Tempolimit von 30 auf 50 km/h hochgesetzt wurde. Auf die Nachfragen von Bürgern zu den Hintergründen und Handlungsoptionen der Gemeindeverwaltung entgegnete Leu, dass es für die Gemeinde aktuell keine Handhabe gegen die Entscheidung der Verkehrsbehörde gebe.

Die Verkehrsbehörde erklärt, dass eine generelle Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h auf der gesamten Länge der Straße unter Berücksichtigung der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung nicht in Betracht komme. „Geschwindigkeitsbeschränkungen sollen nur angeordnet werden, wenn die Gefahren, wegen der derartige Verkehrsbeschränkungen erwogen werden, nicht auf andere Weise zu beheben sind“, erklärt Behördenleiter Jürgen Nüsse. Vielmehr spreche die geringe Breite der Straße in diesem Abschnitt dagegen, dass Kraftfahrer mit hohem Tempo fahren können, außerdem seien Gehwege zur Fußgängersicherung vorhanden.

Neben der baulichen Situation spreche auch das Unfallgeschehen gegen Tempo 30 und für Tempo 50. „Nach den uns vorliegenden Unterlagen ist im gesamten Verlauf der Straße keine Unfallhäufung festzustellen“, sagt Nüsse. „Dazu kommt, dass Fahrzeugführer ohnehin zu besonderer Sorgfalt gegenüber Kindern, Hilfsbedürftigen und älteren Menschen verpflichtet sind – insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft.“

Was eine Beschränkung für den Lkw- oder landwirtschaftlichen Verkehr angeht, den einige Anwohner auf der Gemeindevertretersitzung anregten, macht Nüsse ebenfalls wenig Hoffnung. „Auch eine erhöhte Anzahl von Lkw in den Ortsdurchfahrten wird nicht derartige Verkehrsstörungen bewirken, so dass die Sicherheit und Ordnung des Verkehrs gefährdet ist. Es müssen schon erhebliche Beeinträchtigungen in Kauf genommen werden, bevor die ,Eingriffsschwelle’ erreicht wird.“

Für die Gemeindeverwaltung ist das letzte Wort in dieser Sache allerdings noch nicht gesprochen. „Wir nehmen die Bedenken der Anwohner ernst, was Lärm und die Angst um den Zustand der Straße und ihrer Bankette angeht“, so Bürgermeister David Leu auf Nachfrage. „Wir sind am Überlegen, wie wir Abhilfe schaffen können. Eine Idee ist, eine Tonnagebegrenzung, wie sie für die Straße nach Dergenthin gilt. Vielleicht ist es möglich, diese auch für die Ortsdurchfahrt zu erreichen.“ Konkrete Pläne stünden aber noch aus, so Leu.

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