Taubenschau Meyenburg : Schau mir in die Augen Kleine

Der Meyenburger Michel Stephan schaut sich  eine Giant Homer an. Die Rasse stammt aus Amerika.  Fotos: Hanno Taufenbach (2)
Der Meyenburger Michel Stephan schaut sich eine Giant Homer an. Die Rasse stammt aus Amerika. Fotos: Hanno Taufenbach (2)

Taubenzüchter treffen sich zur großen Schau in Meyenburg. Besucherandrang ruft sogar die Polizei auf den Plan

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08. Januar 2018, 12:00 Uhr

Zärtlich schaut Uwe Sünwoldt seine Tauben an. „Sie sind einfach schön“, sagt der Meyenburger und nimmt ein Tier in die Hand. Es ist eine Coburger Lerche. „Sie hat Eleganz, ein tolles Farbspiel und sie ist groß“, schwärmt er. Das hat auch die fast 30-köpfige Jury so gesehen und Höchstnoten vergeben. Sünwoldts Taube gehört zu den acht Championtieren der 21. Prignitz-Rassetaubenschau in Meyenburg.

Schon sein Vater habe Tauben gezüchtet, er sei damit aufgewachsen. Für ihn ist es ein wunderbares Hobby. „Es bietet Entspannung und Ablenkung vom Alltag.“ Wer Tauben züchtet, lernt Verantwortung zu übernehmen. Außerdem sei es spannend. „Man hat ein Ideal vor Augen und versucht, verschiedene Rassen miteinander zu paaren“, sagt Uwe Sünwoldt. Besonders prächtige Tiere könne er gut verkaufen. Bis zu 50 Euro sei ein realer Preis. Aber bei aller Eleganz bleiben Taube n Nutztiere. „Sie kommen bei uns auch in die Küche“, meint er.

Anders als er hätten seine Kinder das Interesse nicht geerbt, sie halten keine Tauben. Er hofft auf seine dreijährige Enkeltochter, nimmt sie regelmäßig mit in den Stall. „Vielleicht wird sie eines Tages Züchterin“, sagt Uwe Sünwoldt.

Dass würde den Vorsitzenden des Meyenburger Kleintierzuchtvereins gewiss freuen, denn Fredi Rosenthal sucht junge Mitstreiter. Zwar sei der Verein mit 82 Mitgliedern zahlenmäßig gut aufgestellt, „aber viele Ältere sind nicht mehr aktiv und manche wohnen 30 Kilometer und mehr entfernt, kommen selten zu Veranstaltungen“.

Arbeit gebe es reichlich. Allein die Vorbereitung der Schau kostet viele Stunden: „Wir haben 2207 Tauben in der Ausstellung und dann noch die Tierbörse.“ Für alle Tiere müssen Käfige aufgestellt, Näpfe eingehängt werden. Kärtchen für die Preisrichter sind anzuheften, die Tiere müssen versorgt und die Käfige anschließend gereinigt werden. Mit dieser Arbeit begannen die Tierfreunde gleich gestern Abend, denn schon in zwei Wochen folgt die nächste Ausstellung: der Städtewettkampf. An diesem beteiligen sich Züchter auch aus weit entfernten Bundesländern.

Die Mühe werde belohnt. Gestern gab es gegen Mittag einen Besucherandrang, den selbst Fredi Rosenthal in zwei Jahrzehnten so noch nicht erlebt hatte. Beidseitig parkten Autos am Straßenrand, weil der Hof längst überfüllt war. Das rief sogar die Polizei auf den Plan. „Aber was soll ich machen, wo sollen die Besucher ihre Autos abstellen“, sagt Rosenthal. Die Beamten seien wieder abgefahren und der Verein wolle sich für die Ausstellung im kommenden Jahr eine Lösung überlegen.

Die Meyenburger haben einen Namen in der Szene. Aussteller aus Mecklenburg, Berlin und ganz Brandenburg bringen ihre Tiere hierher. Der Verein trage eine große Verantwortung. „Fast 30 Preisrichter brauchen wir. Die finden wir nicht alle in der Umgebung, müssen Fahrgemeinschaften bilden und alles finanzieren“, zählt Rosenthal auf.

Gehandelt wird auch vor den Toren der Halle. Michel Stephan schaut sich eine Giant Homer an. Die Rasse stammt aus Amerika. Er selbst hält Ungarische Schönheitsbrieftauben, für den sich ein Sonderverein gegründet hat. „Die Rasse ist in Deutschland noch nicht anerkannt, das wollen wir ändern“, sagt er.

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