Weiterbau der A14 : Schallschutzwand für Bentwisch

Der geplante Trassenverlauf: links oben beginnend an der Auffahrt B 195, um Lindenberg und Bentwisch herum, bis die Trasse auf die Bahnlinie trifft und zu dieser parallel weiter verlaufen wird.
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Der geplante Trassenverlauf: links oben beginnend an der Auffahrt B 195, um Lindenberg und Bentwisch herum, bis die Trasse auf die Bahnlinie trifft und zu dieser parallel weiter verlaufen wird.

Lindenberg geht leer aus. Planer versichern: Grenzwerte bei der Lärmbelastung werden eingehalten

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15. Juni 2016, 08:08 Uhr

20  000 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden, davon gehen die Planer auf dem Abschnitt zwischen der B 195 und Bentwisch auf der A 14 aus. Auf dieser Grundlage haben sie ihre Berechnungen zum Lärmschutz vorgenommen.

„Es sind durchaus Lärmbeeinträchtigungen zu erwarten. Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass die Autobahn leise ist, Sie werden das Rauschen hören. Aber wir halten die gesetzlichen Größen von 49 Dezibel a (das a bezieht sich auf die für den Menschen wahrnehmbaren Frequenzen – d. Red.) in der Nacht und von 59 Dezibel a am Tage ein“, sagte Holger Behrmann, Projektleiter bei der mit den Planungen beauftragten Gesellschaft Deges den Bentwischern.

Sie waren gestern voller Spannung ins Rathaus gekommen, um zu hören, wo und wie weit entfernt von ihrem Dorf die schnelle Piste denn nun geplant wird, nachdem die ursprüngliche Trasse schon 2009 im Planfeststellungsverfahren stecken blieb, weil sie aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht genehmigungsfähig ist.

Die neue Trasse ist ein Kompromiss. „Wir haben den am weitesten von Bentwisch entfernten Verlauf gesucht, der mit Naturschutzzielen noch vereinbar ist“, charakterisierte Egbert Neumann, Abteilungsleiter im Infrastrukturministerium Potsdam, die Landesposition.

Die Autobahn nähert sich nördlich dem Ort soweit – beim ehemaligen LPG-Gebäude bis auf 200 Meter –, dass eine Lärmschutzwand errichtet wird, um den Schallschutz zu gewährleisten. Behrmann erläuterte Details.

Die Wand werde auf einer Länge von 940 Metern installiert und drei bis vier Meter in die Höhe ragen. An dieser Stelle verläuft die A 14-Piste selbst schon auf einem Damm. Den höchsten Punkt erreiche dieser Damm mit 8,50 bzw. 9 Metern – die Angaben der Planer schwankten gestern – in Höhe des Kreisstraße und des daneben befindlichen Mäscheteiches. Das Gesamtbauwerk erreicht damit an jener Stelle eine Gesamthöhe von 12,5 Meter bzw. 13 Metern. Die Höhe sei nötig, um die Straße Richtung Motrich überbrücken zu können. Auch der Wirtschaftsweg Richtung Kuhwinkel wird überbrückt. In einem S-Bogen schwingt sich die Autobahn um Bentwisch und fällt wieder auf Geländeniveau ab und nähert sich der Bahnlinie, der sie in einem Abstand von 40 Metern folgt.

Bevor die A 14 Bentwisch erreicht, muss sie – von der Anschlussstelle B 195 kommend – am Wittenberger Ortsteil Lindenberg vorbei. Wie Holger Behrmann an der Karte mit dem jetzt optimierten Trassenverlauf verdeutlichte, „rechnet sich in Lindenberg eine Schallschutzwand nicht“. Die Ortschaft befinde sich am nächsten Punkt noch 350 Meter von der Trasse entfernt. Allerdings räumten die Planer gestern auch ein, dass einzelne Grundstück durchaus von mehr Lärm betroffen sein könnten, als der Gesetzgeber gestatte.

Behrmann kündigte deshalb gestern an: „ Wir werden uns mit den Anwohnern unterhalten, was man im Einzelfall tun kann.“ Das wird dringend nötig sein, denn eine Lindenbergerin kündigte Handlungsbedarf an – nicht nur für sich, sondern auch für ihre Übernachtungsgäste.

Auch aus Bentwisch gab es Fragen zu optimalerem Schallschutz. Warum wird beispielsweise die Autobahn auf einem Damm über die Kreisstraße geführt, statt diese in einem Tunnel unter der Autobahn durchzuführen. Die Antwort: Der Aufwand sei größer als bei der jetzt geplanten Lösung, mit der die gesetzlichen Vorgaben erreicht werden. Urs Reichart, in der Deges-Abteilung Planung für den Immissionsschutz zuständig sagte klipp und klar: „Es stimmt, je höher die Autobahn, desto größer der Lärm. Wir würden gern einen Tunnel bauen, aber er ist dem Schutzzweck nicht angemessen.“

Nicht notwendig sei auch der Einbau von sogenanntem Flüsterbeton, erfuhren Bentwischer, als sie sich nach besseren Lärmschutzmaßnahmen erkundigten. „Planungsziel ist es, die Grenzwerte einzuhalten und nicht mehr“, betonte Behrmann. Deshalb werde Waschbeton eingesetzt. Er verringere die Belastung um zwei Dezibel. Bis zu fünf weniger wären es beim Einsatz von Flüsterasphalt, aber die Entwässerung sei dann komplizierter und teurer. Außerdem halte er nicht so lange wie anderer Fahrbahnbelag. Die Quintessenz: Der Bund genehmige nur bei extremen Belastungen diesen Belag wegen der Kosten. Behrmann unterstrich: „Wir bewegen uns im Rahmen der Planungsvorgaben. “

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