Super-Kuh Coralie : Schallmauer durchbrochen

Kam zu höchsten Ehren: 100 000 Liter-Kuh Coralie aus der 300er Herde der Agrarproduktivgenossenschaft Viesecke.
Kam zu höchsten Ehren: 100 000 Liter-Kuh Coralie aus der 300er Herde der Agrarproduktivgenossenschaft Viesecke.

Viesecker Kuh Coralie erreichte Lebensleistung von 100 000 Litern und liegt bei vielen Parametern über dem Landesschnitt

svz.de von
17. November 2015, 08:00 Uhr

Coralie aus Viesecke ist eine Vorzeigekuh: 2004 geboren, erreichte sie im September eine Lebensleistung von 100 000 Litern Milch und wurde jetzt mit einem Siegerkranz und einer Urkunde geehrt.

Rein statistisch gesehen, ergeben die 100 000 Liter 25 Liter (Landesdurchschnitt 13,9 Liter) pro Tag. Die echte Tagesleistung liegt weitaus höher, denn einberechnet sind alle Lebenstage – von der Geburt über Kälber- und Färsenjahre sowie unproduktiven Tage, in denen die Kühe keine Milch geben.

Coralie, die acht Mal kalbte, gehört zu den 300 Milchkühen der Agrarproduktivgenossenschaft Viesecke. „Es ist nach wie vor etwas Besonderes, wenn eine Milchkuh die Schallmauer von 100 000 Litern durchbricht. Und mit 4,30 Prozent Fettgehalt und 3,40 Prozent Eiweiß erreichte Coralie dazu noch sehr gute Werte bei den Inhaltsstoffen“, unterstreicht Frank Pasche und verweist auf den Landesdurchschnitt von 3,93 Prozent Fett und 3,36 Prozent Eiweiß.

Pasche ist Fachberater der RBB Rinderproduktion Berlin Brandenburg GmbH und ließ es sich nicht nehmen, die Auszeichnung selbst vorzunehmen. „Solche Leistungen sind nur möglich, wenn die Tiere optimale Bedingungen vorfinden und eine sehr gute Teamarbeit geleistet wird“, ergänzt Pasche auch mit Blick darauf, dass die Lebenstagleistung der Viesecke Herde mit 14,6 Litern über dem Landesdurchschnitt liegt.

Das Lob hörte APG-Chef Till Herzer natürlich gern und gibt die Anerkennung sofort weiter an Herdenmanagerin Christiane Mittmann sowie die anderen neun Mitarbeiter im Stall- und Feldbereich. „Das ist eine tolle Truppe“, unterstreicht Herzer.

Außer den 300 Milchkühen und der Kälberaufzucht gehören zum Landwirtschaftsbetrieb 1400 Hektar Acker- und 200 Hektar Grünland sowie eine Biogasanlage. „Wir bauen alle Futtermittel für unsere Tiere selbst an – bis auf Raps als Eiweißkomponente“, erläutert der Geschäftsführer. 2009 bis 2011 wurde die Stallanlage modernisiert, auf Fallschieberentmistung umgerüstet, ein neues Melkhaus mit 24er Melkkarussell sowie eine Biogasanlage gebaut.

Übrigens: Coralie hat seit einige Tagen ein neues Zuhause. Da sie durch künstliche Besamung nicht mehr tragend wurde und damit keine Milch mehr gibt, wäre sie eigentlich ein Fall für den Schlachthof. Das wollten die Viesecker ihrer super Kuh aber nicht antun und siedelten sie in eine Mutterkuhherde des Gesamtunternehmens um. „Hier hat sie die Chance, mit Bullenhilfe noch einmal ein Kalb zu bekommen“, meint Christine Mittmann.  

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