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Agrarförderung : Schäfer wollen nicht schweigend untergehen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Schäfermeister Mennle aus Sadenbeck heute zur Demo gegen Pläne der Landwirtschaftsminister

Wenn sich heute die Agrarminister der Länder in Cottbus treffen, wird auch Schäfermeister Marc Mennle aus Sadenbeck dabei sein. Er ist einer der wenigen seiner Zunft, die es in Brandenburg noch gibt „Zur Zeit sind wir 78 Schäfer im Land und ein einziger Auszubildender“, sagt Mennle. „Und die Signale, die von der Politik kommen, machen es unserem Berufsstand nicht einfacher.“

Deshalb wird er sich mit Berufskollegen aus verschiedenen Bundesländern heute ebenfalls in Cottbus treffen, um auf die Probleme der Schäfer aufmerksam zu machen. „Wir können mit der Fleischproduktion ein wenig Einnahmen erzielen, Wolle zu verkaufen lohnt sich hingegen gar nicht mehr. Deshalb sind wir auf die Subventionen durch die Agrarförderung angewiesen. Doch will man uns diese nun deutlich kürzen“, sagt Mennle.

Bisher gab es eine Mutterschafprämie. Das heißt, pro Tier gab es einen Zuschuss, mit dem der Schäfer fest rechnen konnte. Zukünftig sollen die Schäfer Zuschüsse nach den Flächen bekommen, die sie bewirtschaften. Das würde für viele Schäfer das Aus bedeuten. „Wir sind meistens nur noch an den Randflächen tätig, oft im Natur- und Landschaftsschutz. Man kann davon ausgehen, dass die Hälfte der Schäfer in Brandenburg ohne Mutterschafprämie ihre Betriebe aufgeben müssen. Die Streichung der Prämie pro Mutterschaf hatte zur Folge, dass der Schafbestand in Brandenburg um 40 Prozent gesunken sei, so Mennle. Die Schäfer fordern deshalb die Rückkehr zur Mutterschafprämie und die Anerkennung der Arbeit der Schäfer für die Gesellschaft.

„Wir sind zum Beispiel im Bereich Lenzen mit unseren 400 Tieren in der Deichpflege engagiert. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutz, weil die Schafe den Bewuchs kurz halten und Mauselöcher und ähnliches zutreten. Zum anderen leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz. Allerdings gibt es selbst im Biosphärenreservat Verantwortliche, die Naturschutzflächen lieber von Traktor und Maschine mähen lassen und das für mehr Geld, als wenn die Schafe hier weiden würden“, kritisiert Mennle.

Der Berufsstand der Schäfer stehe vor dem Aus, sagt der junge Familienvater. Aber wenn die Schäfer schon auf Beschluss der Politik sterben müssen, werden sie das auf keinen Fall leise tun, kündigt Mennle an. Deshalb werden die Brandenburger Schäfer heute Abend nach der Demo in Cottbus zum Potsdamer Landtag ziehen, wo die Brandenburger Fraktionen über die zukünftige Agrarförderung diskutieren.


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erstellt am 02.Apr.2014 | 22:00 Uhr

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