Badewelt : Sanierungsbedarf nach 15 Jahren

Fliesenleger Uwe Scheffler von der Heidrich GmbH aus Zernitz bei Säuberungsarbeiten.
Fliesenleger Uwe Scheffler von der Heidrich GmbH aus Zernitz bei Säuberungsarbeiten.

Schwimmhalle noch bis Ende September geschlossen / 2016 steht mit neuer Lüftungsanlage eine Großinvestition an

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10. September 2015, 04:45 Uhr

Der Meißel klappert mit infernalischem Lärm über Fliesen, Trennschleifer schleudern weißen Staub in die Luft, das Wasser im nur noch halbvollen Becken schimmert milchig – Die Schwimmhalle gleicht derzeit einer Großbaustelle.

„An den Innenwänden haben wir den Gipsputz komplett heruntergenommen, aber auch der Unterputz hatte Schäden“, sagt Badleiter Christian Maasch. Aus diesem Grund sei der ursprünglich geplante Termin zur Wiedereröffnung nicht zu halten. „Laut Baufirmen ist alles bis Ende September erledigt.“

Die Arbeiten derzeit beschränken sich aber nicht nur auf die Wände. Der Beckenrand wird abgedichtet und mit neuen Fliesen versehen, auch im Becken werden schadhafte Fliesen und die Silikonfugen erneuert. „Das sind normale Instandhaltungsarbeiten“, so Maasch. Gleiches gelte für Wartung an der Technik im Keller der Schwimmhalle, denn auch an Pumpen, Rohrleitungen, der Heizung und der Wasserreinigungsanlage geht die Zeit nicht spurlos vorüber.

Größtes Sorgenkind ist aber die Lüftungsanlage. „Hier wird im nächsten Jahr ein Komplettaustausch fällig, das System ist völlig marode“, sagt der Badchef. Auf dem Stand der Technik von vor 15 Jahren gebaut, zeigen sich heute konstruktive Mängel. „Das ist noch alles aus verzinktem Stahlblech gefertigt, das infolge der aggressiven Luft im Bad immer mehr korrodiert. Heute kommt dafür Kunststoff zu Einsatz, der viel länger hält.“ Schließlich werde auch die Treppe für den Rutschenturm noch einmal überarbeitet, da sich trotz Edelstahls erneut Korrosion gebildet hatte. Jetzt soll eine Beschichtung die Stufen schützen.

Auch der Werksausschuss für den Kultur-, Sport- und Tourismusbetrieb der Stadt hatte die Schwimmhalle bei seiner Sitzung am Dienstagabend auf dem Plan, ist sie doch bei weitem der größte Verlustfaktor im KSTW. Laut Jahresabschluss 2014 betrug der Zuschussbedarf in diesem Jahr 421  500 Euro, und auch im Jahr 2015 wird ein ähnliches Defizit erwartet. „Wir liegen für 2015 weitgehend im Plan“, sagte Döllefeld und informierte, dass für die derzeitige Instandsetzung rund 100  000 Euro investiert würden. „Ein Teil des Geldes können wir über die Entschädigung decken, die uns vor Gericht für das undichte Schwimmbecken zugesprochen wurde.“

Für 2016 prognostiziert der KSTW für die Schwimmhalle einen Zuschussbedarf von rund 562  000 Euro. Dies liege zum einen an der Einführung des Mindestlohnes, zum anderen an steigenden Energiepreisen. Laut Statistik konnte die Schwimmhalle ihren Strom- und Wärmeverbrauch seit 2003 sukzessive senken – durch die Preissteigerungen sind die Ausgaben allerdings stets gestiegen. „Weniger Verbrauch geht mit der aktuellen Technik nicht mehr“, macht Christian Maasch deutlich.

Die Verhandlungen des KSTW mit den Stadtwerken zur Deckelung des Fernwärmepreises bei 99,99 Euro je Megawattstunde kann nur ein Zwischenschritt sein, wurde im Ausschuss deutlich. „Eine neue Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung könnte uns wirklich helfen“, sagt Maasch, der darauf verweist, dass 2014 mit 121  000 Besuchern bisher das erfolgreichste Jahr war. „Die Schwimmhalle brummt.“

Immerhin scheinen die Verantwortlichen zu reagieren, so taucht im Wirtschaftsplan des KSTW der Punkt „angestrebte energetische Sanierung der Schwimmhalle“ auf, in dem auch über die Installation eines Blockheizkraftwerkes sinniert wird, wie es in vielen anderen Schwimmbädern längst Standard ist.

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