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Der Prignitzer

18. November 2017 | 02:21 Uhr

Sanierung macht wohl keinen Sinn

vom

svz.de von
erstellt am 04.Feb.2013 | 06:49 Uhr

Pritzwalk | Nach dem Brand eines China-Restaurants in Pritzwalk ist die Zukunft des Gebäudes völlig offen (der "Prignitzer" berichtete). Der Pritzwalker Stadtbauhof hat den Eingangsbereich des Gebäudes gesichert. Außerdem wachte gestern Vormittag die Polizei darüber, dass niemand das Gebäude betrat. Zunächst müsse der Brand in Frehne untersucht werden, bei dem große Teile eines Vierseiten hofes niederbrannten, hieß es von der Pressestelle der Polizeidirektion Nord. Wie aus der Polizeiinspektion Prignitz im Laufe des Tages zu erfahren war, sind die Untersuchungen in Frehne mittlerweile beendet. Eine Brandursache dort könne jedoch nicht mehr ermittelt werden, da dies wegen der Zerstörung nicht mehr möglich ist.

Bevor die polizeilichen Ermittlungen nicht abgeschlossen waren, durfte auch am Gebäude in Pritzwalk nichts verändert werden. Nachdem die Beamten des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD) aus Neuruppin Kontakt mit dem Eigentümer aufnehmen konnten, ließen sich aber auch in Pritzwalk die Untersuchungen einleiten. Mittlerweile ist auch diese Arbeit beendet und der Brandort wieder freigegeben.

Jetzt steht das Gebäude nach dem Brand und einem massiven Schaden durch das Löschwasser mit offenem Dach da. Anfang der 80er Jahre wurde der Bau errichtet und als Hotel sowie Gaststätte "Prignitz-Land" geführt. Nach der Wende erwarb ein Investor das Gebäude, ohne jedoch viel Geld in die Bausubstanz zu investieren. "Wir können hier keine weiteren Sicherungsmaßnahmen vornehmen", heißt es vom städtischen Bauhof.

In der Verwaltungsspitze der Stadt macht sich der stellvertretende Bürgermeister Dr. Ronald Thiel bereits weitergehende Sorgen. Nach Aussagen von Einsatzkräften und Baufachleuten werde eine Sanierung des Gebäudes wahrscheinlich keinen Sinn machen. Aufgrund der massiven Brand- und Wasserschäden komme wohl nur der Abriss in Frage. "Wir werden uns demnächst mit dem Eigentümer in Verbindung setzen und besprechen, wie es weiter geht. Das Gebäude steht zwischen Kulturhaus und Bibliothek an einem sehr wichtigen und stadtbildprägendem Ort. Eine Brandruine sollte hier nicht für längere Zeit stehen bleiben. Wie es danach weiter geht müssen wir besprechen", sagt Dr. Thiel.

Nach ersten Erkenntnissen kam es am Sonntagnachmittag zu dem Fettbrand in der Küche. Der Koch versuchte offenbar, den Brand zu löschen, was ihm aber nicht gelang. Er wurde mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht, konnte aber nach einer ambulanten Behandlung wieder entlassen werden. Nach dem Inferno in der Küche schlugen die Flammen offenbar durch das eingeschaltete Lüftungssystem und setzten dieses in Brand. Von hier aus breitete sich das Feuer im Dachstuhl des Gebäudes weiter aus. So beschreiben die Einsatzkräfte vor Ort den möglichen Verlauf des Brandes.

Gäste des Restaurants und der angrenzenden Spielothek konnten gefahrlos und rechtzeitig die Räumlichkeiten verlassen. Küche, Gastraum und die im Obergeschoss befindlichen Gastzimmer eines Hoteliers aus Buchholz sind nicht mehr nutzbar. Ob dies je wieder der Fall sein werde, ist nach Expertenmeinungen fraglich.

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