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Ungewöhnlicher Haufen in Breese : Sand stoppt illegalen Verkehr

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Nachdem die Poller immer abgefahren wurden, schüttet die Gemeinde Breese den Weisener Weg zu. Amt um Lösung bemüht

svz.de von
erstellt am 04.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Nicht schlecht staunte ein Einwohner* aus Groß Breese, als er am Dienstag vergangener Woche auf dem Weisener Weg unterwegs war: Kein Durchkommen. Ein großer Sandhaufen auf Höhe der Poller versperrt den gepflasterten Weg. Schon seit einiger Zeit sei es nach Auskunft des jungen Mannes ein Hin und Her mit der durchgängigen Befahrbarkeit des Weges. Regelmäßige Öffnungen des Pollers haben den Eindruck erweckt, der Weg sei für den Verkehr geöffnet. Viel Verkehr gehe zwar nicht durch, aber der Sandhaufen komme ihm nun wie eine Schikane vor.

Gerald Neu, Ordnungsamtsleiter des Amtes Bad Wilsnack/Weisen erklärt, dass der Weg, auch wenn es dem Augenschein nach anders wirkte, nie freigegeben war, mit der Aufstellung der Poller der Wegabschnitt für bestimmte Verkehrsteilnehmer gesperrt wurde. Bauamtsleiter Peter Rollenhagen ergänzt: „Ein Antrag der Gemeinde bei der unteren Verkehrsbehörde des Kreises hatte bereits vor drei Jahren zu diesem sogenannten Einziehungsbeschluss geführt, der Wegteil war sowieso nur für landwirtschaftlichen Verkehr ausgebaut und sollte wenn dann nur noch von Radfahrer genutzt werden.“

Zwei Landwirte und die Feuerwehr bekamen Schlüssel, konnten die Durchfahrt nutzen, der Durchgangsverkehr sollte außen vor bleiben. Allerdings stieß diese Regelung wohl nicht bei jedem Autofahrer auf Begeisterung, denn die aufgestellten Poller waren regelmäßig defekt, wurden umgefahren, abgeflext, in der vergangenen Woche hatten ihn Unbekannt erneut entfernt. Offensichtlich ist der Kieshaufen nun eine Notlösung. Auf Veranlassung des Amtes jedenfalls sei er dort nicht platziert worden, erklärt Peter Rollenhagen: „Das ist eigentlich auch kein Mittel, das man in diesem Falle anwenden darf.“ Breeses Bürgermeister Werner Steiner hat die Maßnahme veranlasst und verteidigt sie: „Seit dem Straßenbau zwischen Breese und Wittenberge nutzen viele, die von Bad Wilsnack über Weisen Richtung Wittenberge wollen, den Weisener Weg als willkommene Abkürzung. Und die fahren da nicht mit 30, sondern mit 70 oder 80 km/h hier durch“, schildert er.

Sicherheitstechnisch sei dieser Zustand nicht hinzunehmen gewesen, denn der Wegteil bietet keine Ausweichmöglichkeiten für Begegnungsverkehr. Für Feuerwehr und Rettungsdienst, die die Durchfahrt im Ernstfall nutzen sollen bestünden genug Umfahrungsmöglichkeiten, so Steiner, trotzdem in der Lüchstraße gerade gebaut wird

„Der Sandhaufen kommt so schnell wie möglich weg, wir recherchieren nach einem anderen Pollersystem“, versprach Gerald Neu. Amtsausschuss und Gemeindevertretersitzung hätten über das Thema schon beraten. Aber auch dann werde es keinen Durchgangsverkehr für alle mehr geben.

Werner Steiner jedoch hält vorläufig an der Notlösung fest: „Wenn das Amt uns eine Alternative anbieten kann, kann der Haufen weg. Aber bis dahin bleibt er liegen.“ Ein neues Pollersystem hält Steiner aus der Erfahrung für keine gute Lösung. „Ein weiterer Poller wäre bei dem, was hier an Verkehr durchgeht, einfach kein Hindernis.“

*Name der Redaktion bekannt.

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