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Landwirtschaft : Saisonstart für die dicken Blauen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Zahlreiche Erntehelfer im Einsatz: Prignitzer Heidelpbeerplantagen erwarten eine gute Ernte.

von
erstellt am 19.Jul.2015 | 09:00 Uhr

Am Vormittag kauften Gertrud und Horst Hortig noch 26 Kilo der dicken Blauen in Berge ein, dann machten sie sich auf den Heimweg nach Lüdenscheid ins Sauerland. „Wir kommen schon von Anfang an hier her. Wir sind ursprünglich aus Karstädt und Wittenberge. Wir planen unseren Urlaub immer so, dass wir zur Heidelbeerzeit hier zu Besuch kommen können“, sagte Gertrud Hortig nach dem Kauf.

Und sie sind wahrlich nicht die einzigen, die weit über die Prignitzer Kreisgrenzen hinaus den Saisonstart im Heidelbeerhof Quirling erwarten. Genauso wie Korina Graff aus Schwerin. „Ich habe heute frei und bin extra her gekommen. Ich pflücke ansonsten immer selbst, nur heute habe ich nicht so viel Zeit“, sagte die Schwerinerin.

„Jetzt geht es richtig los. Wenn in den nächsten Tagen die Sonne scheint, dann ist die Plantage blau“, sagt Claus-Dieter Quirling. Die Sorten „Blueta“ und „Duke“ können gepflückt werden. 30, 40 Erntehelfer aus der Region, aus dem Ausland haben in den nächsten Wochen alle Hände voll zu tun. Zu ihnen gehören auch die polnischen Studentinnen Elisabeth Korszak (Kultur und Medienmanagement) und Katerina Dluzniewska (Kultur) aus Krakow. „Wir haben von Freunden gehört, die hier schon gearbeitet haben, dass hier eine gute Atmosphäre ist. Wir wollen Spaß haben und Geld verdienen“, plauderten sie auf Englisch fröhlich drauf los. Ihre Arbeitszeit wird vom Wetter abhängig sein.

„Wir versuchen, die Beeren trocken in die Körbe zu bekommen. Bei Regen geht nichts. So ist die Arbeitszeit flexibel“, erklärt Claus-Dieter Quirling, der den Familienbetrieb, der seit 2009 ein QS GAP-zertifizierter Betrieb ist, in zweiter Generation führt. Bis Mitte September werden acht verschiedene Heidelbeersorten reif. „Wir erwarten eine gute, bis sehr gute Ernte, obwohl wir etwa eine Woche später angefangen haben“, so der Chef, der seine Plantage mit 25 Kilometer Tropfschläuchen ausgerüstet hat, um sie zu beregnen. Denn die große Hitze wie am ersten Juli-Wochenende mögen die Beeren nicht wirklich. Aber nicht nur die Erntehelfer werden alle Hände voll zu tun haben, Selbstpflücker sind dienstags bis sonntags von 8.30 bis 17.30 Uhr ebenso willkommen. Nach getaner Arbeit können sie sich und jeder andere Besucher im Café unter anderem mit dem Eisbecher „Blauer Traum“ stärken.

Auch bei Wittenberge, nämlich in Lindenberg an der Feldstraße, wachsen auf einer Plantage Blaubeeren. Die Firma Garten- und Landschaftsbau von Steffen Haering hat auf einer Fläche von rund zwei Hektar die verführerischen Früchte angebaut. „Wir haben sieben verschiedene Sorten, die zu unterschiedlichen Zeiten reif werden“, sagt Haering. In den vergangenen Jahren konnten Leute sich dort selbst ihr Körbchen vollpflücken. „Wir haben in diesem Jahr ein Drittel des Bestands verjüngt, können noch nicht sagen, ob wir die Plantage wieder für Selbstpflücker öffnen. Aber auf Wochenmärkten und in der Gärtnerei gibt es unsere dicken Blauen auf jeden Fall.“

Die dritte Plantage in der Prignitz betreibt Bernd-Uwe Arndt in Pritzwalk. Auch er erwartet eine sehr gute Ernte. „Selberpflücker sind bei uns herzlich willkommen, noch etwa acht Wochen lang kann bei uns nach Herzenslust geerntet werden.“ Außerdem biete das angrenzende Café vom Heidelbeereis bis zum Kuchen alles leckere rund um die Heidelbeere. „Und übrigens, sogar Erdbeeren kann man bei uns noch pflücken.“

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