Saison im Judenhof ist eröffnet

Mit „ Lob des Unterschieds“ wurde gestern die Saison eingeläutet. Schüler der 6. Klassen erlebten bereits am Vormittag das Theaterstück, das durch den Landkreis und Demokratie leben gefördert wurde.
Mit „ Lob des Unterschieds“ wurde gestern die Saison eingeläutet. Schüler der 6. Klassen erlebten bereits am Vormittag das Theaterstück, das durch den Landkreis und Demokratie leben gefördert wurde.

Reformationsjubiläum thematisiert, nach Theaterstück gestern folgt am 18. Mai Ausstellung zu Luther und die Juden

von
12. Mai 2017, 08:28 Uhr

Der Judenhof avanciert zusehends zu dem, was er sich auf die Fahnen geschrieben hat: Eine Stätte der Begegnung, des Erinnerns, Debattierens, Lernens und Feierns. Auch wenn die Ständige Ausstellung erst konzeptionell in den Köpfen der Macher geistert, die Umsetzung vor allem auch eine Frage des Geldes ist, „ein Anfang ist gemacht“, so Hartmut Schneider, Vorsitzender des Kulturvereins und damit Hausherr, sowie Rainer Meißle, maßgebender Ideengeber für das Projekt Judenhof. Und sie deuten auf den Boden. Ein begehbares Lexikon öffnet sich zu ihren Füßen. In Gestalt einer Menora, sprich eines siebenarmigen Leuchters in den gold-sandigen Farben des Mittelalters, offeriert das ungewöhnliche Lexikon hebräische und jiddische Wörter, Begriffe und deren Bedeutung und nimmt den Betrachter mit in eine Kultur, Sprache, Religion, die ihm auf einmal gar nicht mehr so fremd erscheint.

Wie gesagt, es ist ein Anfang, der Dank der Förderung von Wissenschafts-, Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium sowie der Sparkasse Prignitz möglich wurde. Rund 9000 Euro kostet dieses Fußbodenlexikon, überschlägt Rainer Meißle.

Die Investition will man natürlich nutzen, zeigen, dass der Judenhof auch wenn er gestalterisch noch nicht fertig ist, lebt. Kurzum: Die Saison in der Parchimer Straße ist eröffnet und sie steht ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums.

Am 18. Mai erwartet den Besucher hier eine Ausstellung, die einen Luther zeigt, der alles andere als Toleranz gegenüber Juden zeigt. Auf 17 Tafeln der Wanderausstellung der Nordkirche unter dem Motto „Ertragen können wir sie nicht“ – Martin Luther und die Juden, erfährt man die Kehrseite, die dunkle Seite Luthers im Prozess der Reformation.

Hand in Hand mit der Kirche werde man bis zur Vernissage am 20. Juni die Betreuung der Besucher dieser interessanten wie anspruchsvollen Ausstellung absichern. „Unsere Ehrenamtler werden darauf vorbereitet, um auch Rede und Antwort stehen zu können“, so Hartmut Schneider. Und er verhehlt nicht, dass das für einen 60 Mitglieder zählenden Verein schon eine Herausforderung sei. Die wird noch getoppt. Denn bis Ausstellungsende werde zumeist donnerstags und freitags hier zusätzlich zu Vorträgen, politischen Gesprächsrunden und Filmen eingeladen. So wird am 19. Mai, 19 Uhr, der Judenhof zum Kinosaal, gibt es im Filmclub „Martin Luther“. Gezielt habe man auch eine Veranstaltung speziell für die Jüngeren geplant. Die Zweitklässler der beiden Perleberger Schulen werden unterm Apfelbaum im Garten des Judenhofes „Beni, Oma und ihrem Geheimnis“ lauschen.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen