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Der Prignitzer

18. August 2017 | 09:07 Uhr

Russen interessiert Biodiesel

vom

Wittenberge | Dass regenerative Energien in einem Land wie Russland mit riesigen Erdgas- und Erdölvorkommen nicht im Mittelpunkt stehen, liegt nahe. Doch das Interesse daran nimmt zu, wie Manager russischer Firmen während ihres Besuchs in Wittenberge betonten.

"Biogasanlagen und Umwandlung des Biogases in Strom interessiert mich besonders", sagte Marat Zakiev. Er ist Generaldirektor eines Unternehmens in Baschkirien, das sich mit neuen Technologien beschäftigt. Außerdem suche er nach alternativen und energieeffizienten Lösungen im Baubereich.

In Wittenberge fand er am Donnerstag das Gespräch mit Horst Jaruczewski äußerst spannend. Der Energieberater betreibt mit seiner Firma C4-NAWARO eine Biogasanlage im Indus triegebiet Süd. Eine Zusammenarbeit hält Zakiev für möglich. Er halte viel von deutschen Partnern. Sie seien zuverlässiger und bieten eine bessere Qualität als beispielsweise die Chinesen, sagte er.

Vier Wochen weilt er mit 21 weiteren Managern zur Fortbildung in Deutschland, finanziert durch das Bundesministerium für Wirtschaft. Die Geschäftsleute kommen aus den Bereichen Handel, Kommunalwirtschaft, Energietechnik, Bau und Metall. Für den Regionalen Wachstumskern (RWK) ist es der vierte Besuch aus Osteuropa.

Interessant für Marat Zakiev war auch der kommunale Zusammenschluss im RWK. Ähnliche Kooperationen gebe es in Russland, um Kräfte zu bündeln. Er sehe künftig auch in seinem Land ein großes Potenzial für erneuerbare Energien. Das bestätigt Yulia Chegoryaeva, aus der Geschäftsführung eines anderen russischen Unternehmens.

"Wir suchen nach Technologien zur Aufbereitung von Trinkwasser." Daneben gewinne auch Biogas für ihren Betrieb eine zunehmende Bedeutung. Noch sei es so, dass vor allem Erdgas vor Ort ein extrem preiswerter Rohstoff sei. Deshalb würden auch erneuerbare Energien im Gegensatz zu Deutschland nicht gefördert. "Aber das wird sich ändern", ist Yulia Chegoryaeva überzeugt. Erste Ansätze gebe es auf regionaler Ebene. So würden beispielsweise in der Donregion Pilotprojekte gefördert.

Sie sieht künftig neu einen ganz anderen Ansatz: "In Russland sind sehr viele Anlagen zur Verarbeitung von Gas oder Öl technisch veraltet." Deshalb stehe ein riesiger Investitionsbedarf an.

In der Prignitz standen unter anderem Besuche der Unternehmen DEBE Transporte und Best Sim sowie Küchenmohr auf dem Programm. Der RWK bewertet es als Erfolg, dass das Bundesministerium die Prignitz das vierte Mal in Folge in diesem Programm berücksichtigt. "Im Vorfeld versuchen wir entsprechend den Wünschen der Gäste ein Programm zusammen zu stellen", erklärte Corinna Sixt von der Wirtschaftsinitiative Westprignitz. Nach den bisherigen Besuchen sei eine konkrete Zusammenarbeit zwischen zwei Unternehmen im Entstehen.

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erstellt am 03.Dez.2011 | 02:36 Uhr

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