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Der Prignitzer

21. November 2017 | 20:35 Uhr

Rund 100 explosive Funde 2011

vom

svz.de von
erstellt am 07.Mär.2012 | 06:35 Uhr

Prignitz | Groß war das Interesse an einer Informationsveranstaltung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) gestern in der Kreisverwaltung in Perleberg: Rund 60 Mitarbeiter dieser und anderer kommunaler Verwaltungen aus der Region nutzten die Möglichkeit, sich auf den neuesten Stand in Sachen Munitionsbergung zu bringen. Anlass war der Fund einer Panzerfaust an der Kreisstraße Kletzke-Haaren. In Höhe der Abfahrt Plattenburg war ein Mitarbeiter der Kreisverwaltung im Januar bei Vermessungsarbeiten auf das 30 Zentimeter lange und etwa acht Zentimeter starke Geschoss gestoßen.

Auch knapp 67 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges sind Munitionsfunde nach wie vor an der Tagesordnung. Zu rund 100 Einzelfundstellen rückten die Mitarbeiter des KMBD im vergangenen Jahr in den Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin aus. Über diese Einzelfundstellen - wie im eingangs beschriebenen Beispiel - hinaus ist der KMBD in die planmäßige Beräumung von Flächen integriert. Aktuell betrifft das in der Prignitz zum Beispiel den ehemaligen Flugplatz Perleberg, und zwar die Fläche, auf der die Gehrlicher Solar AG ein Photovoltaik-Kraftwerk errichten wird. Das Unternehmen geht dabei ähnlich vor wie die meisten Investoren, deren Projekte sich auf möglicherweise munitionsbelasteten Flächen bewegen: Es engagierte eine zertifizierte Firma, die die eigentliche Suche und Beräumung vornimmt. KMBD-Mitarbeiter begutachten dann die Funde, kümmern sich um die Beseitigung bzw. den Abtransport. "Für die transportfähige Munition haben wir ein Zwischenlager in Neuruppin", erklärt Gerd Fleischhauer. In Kummersdorf (Landkreis Oder-Spree) würden die Kampfmittel schließlich vernichtet. In jüngster Vergangenheit konzentrierte sich die Recherche und Beräumung auf die Elbdeichbaustellen, in der Zukunft werde der Bau der A 14 wieder jede Menge Arbeit für den KMBD mit sich bringen, wie Fleischhauer gestern nach der Info-Veranstaltung in einem Pressegespräch veranschaulichte.

Wie wahrscheinlich Munition in den verschiedenen Regionen ist, kann man einer so genannten Kampfmittelbelastungskarte entnehmen. "Sie wird jährlich präzisiert und müsste in wenigen Wochen wieder aktualisiert vorliegen", sagt der Experte aus Neuruppin. Einsehen kann man diese Karte in der Kreisverwaltung. Wenn man Munition findet, so Gerd Fleischhauer, gelte eine ganz einfache Verhaltensregel: Über den Notruf 110 werde die Polizei alarmiert, die dann alles Weitere in die Wege leite. Vor Ort seien jeweils die Ordnungsämter in das Prozedere integriert. "Und wir haben über unsere normalen Dienstzeiten hinaus natürlich auch einen Bereitschaftsdienst", so Fleischhauer.

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