Warten auf Meister Adebar in der Prignitz : Rühstädt: Die Betten sind gemacht

Aufnahmen aus der Storchenperspektive: ZDF-Redakteurin Katrin Lindner und Jörg Dummer.
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Aufnahmen aus der Storchenperspektive: ZDF-Redakteurin Katrin Lindner und Jörg Dummer.

Horstputzaktion im Europäischen Storchendorf. Spende aus dem „Prignitzer Kilometerstrampeln“ kommt dem Storchenclub zugute

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16. März 2014, 22:00 Uhr

Wenn die Weißstörche wüssten, welchen Aufwand ihre „Eltern“ in Rühstädt gerade für sie betreiben … Vermutlich wissen sie es aber, denn nicht ohne Grund finden sich Jahr für Jahr so viele Adebare im Europäischen Storchendorf ein, um hier ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen, groß zu ziehen und sich anschließend wieder auf den Weg in die Überwinterungsgebiete zu machen.

Auf jeden Fall scheint es im vergangenen Sommer ein wenig eng geworden zu sein in der Rühstädter „Entbindungsstation“. Jürgen Herper, Bürgermeister der Gemeinde und Naturwächter, spricht von einem hohen „Brutdruck“ 2013. Daher wurden am vergangenen Freitag und Sonnabend nicht nur die Nester geputzt und ausgebessert, sondern auch zwei neue Horste auf Hausdächer gesetzt. „Nächste Woche rechnen wir mit der Ankunft der ersten Störche“, so Herper vorgestern gegenüber dem „Prignitzer“. Momentan sei der heftige Wind vom Atlantik eine „Spaßbremse“ sowohl für die Ostzieher, die in Rühstädt überwiegen, als auch für die auf der westlichen Route ziehenden Vögel.

Die Ehrenamtler des Storchenclubs Rühstädt e. V. putzen aber nicht nur die Behausungen für die Adebare heraus, sondern machen es auch für Besucher schön. Derzeit erfährt das Vereinsdomizil, in der Saison – neben dem Besucherzentrum – der wichtigste Anlaufpunkt für Gäste, eine Generalüberholung. Besonders stolz sind die Vereinsmitglieder auf den brandenburgischen Tourismuspreis für die thematische Führung „Storchenfeierabend“, der vor kurzem auf der ITB an den Verein überreicht wurde. Damit erfahre nicht nur die ehrenamtliche Arbeit, die hier seit Jahren geleistet wird, eine entsprechende Würdigung. Es sei auch ein Schub in Sachen Image und Werbung, so Vereinsvorsitzender Ulrich Blum. „Wir ernten jetzt die Früchte unser Arbeit“, ergänzte er.

Das i-Tüpfelchen konnten am Sonnabend nun noch der Tourismusverband sowie die Volks- und Raiffeisenbank Prignitz setzen: Uwe Neumann und Ingo Schlender überreichten symbolisch einen Scheck über 500 Euro. Das Geld stammt aus der Aktion „Prignitzer Kilometerstrampeln“ , die 2013 nach dem Elbhochwasser ins Leben gerufen wurde. Auf den Erfassungsbögen wurden fast 200 Radler registriert. 24 Leistungsträger beteiligten sich aktiv. 25 000 Kilometer kamen zusammen. Pro dokumentiertem Kilometer gaben der Tourismusverband Prignitz sowie die Volks- und Raiffeisenbank jeweils einen Cent. Die Initiatoren wogen ab, womit vielen touristischen Anbietern in der Region gleichermaßen geholfen sei, wohin also sinnvoller Weise die Spende gehen soll: zum Storch als Markenzeichen und als Aushängeschild für die Prignitz.

Die Betten seien nun gemacht, sagte Ulrich Blum mit Bezug auf die Aktion am Wochenende – auch die auf einem Dach des Grundstücks von Katrin Lindner. Als Dresdnerin liebt sie die Elbe. „Die ist hier in Rühstädt aber viel schöner“, sagt die ZDF-Redakteurin. Am Sonnabend ging sie mit der Hebebühne von Jörg Dummer über ihrem Gelände in die Luft, fing Motive und später auch Stimmen mit der Fernsehkamera ein. Zu sehen sein soll das Stück in Kürze im ZDF-Morgenmagazin. Übrigens nicht die einzige prominente TV-Werbung, die Rühstädt demnächst erfährt. Aktuell drehen auch Teams der Fernsehsender „arte“ und ZDF jeweils Langzeitreportagen im Storchendorf. Die Arbeiten dafür haben gerade begonnen. Fehlen jetzt nur noch die gefiederten Hauptdarsteller: Aber die kommen ja diese Woche – sagen Menschen, die es wissen müssen.

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