Rotschnabel Gnevi jetzt unter Vertrag

<strong>Tierparkleiter Michael Niesler</strong> (M.) mit den Storchklubpaten  Uwe Weltin (l.) und Peter Stöhr. <foto>Doris Ritzka</foto>
Tierparkleiter Michael Niesler (M.) mit den Storchklubpaten Uwe Weltin (l.) und Peter Stöhr. Doris Ritzka

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20. Juli 2012, 08:35 Uhr

Perleberg | Gnevi heißt der Rotschnabel, der im Tierpark sein Zuhause gefunden hat. In einem schwer zugänglichen Graben bei Gnevsdorf hatte man den Jungstorch im vergangenen Jahr entdeckt. Als Tierfreunde ihn aus seiner misslichen Lage befreien wollten, gab er erst einmal Fersengeld. Weit kam er nicht, sein Flügel war verletzt, ihn verließen die Kräfte, erinnert sich Peter Stöhr. Gemeinsam mit Uwe Weltin, beide Mitglied des Storchenklubs Rühstädt, besuchte er kürzlich das flügellahme Findelkind im Tierpark. "Es ist toll, dass der Perleberger Zoo unseren Storch aufgenommen hat. Wir wollen unseren Teil leisten und die Patenschaft über den jungen Adebar übernehmen."

Anfangs hatte Tierparkleiter Michael Niesler noch versucht, Gnevis Flügel zu retten. Bandagiert erhielt der junge Storch gemeinsam mit einem weiteren Adebar-Findelkind bei Uwe Weltin Quartier. "Praktisch aus dem Stand musste ich eine Voliere für die beiden schaffen. Auch wenn sie tagsüber ihre Freiheit genießen konnten, nachts mussten sie wegen der Waschbären und Füchse in die sichere Behausung", erzählt er.

Zuerst gab es Tiefkühlfisch aus dem Supermarkt, dann sorgten Angelfreunde dafür, dass regelmäßig frischer Fisch auf dem Speiseplan von Adebar stehen konnte.

Gnevis Verletzung erwies sich aber letztlich als so schwer, dass der Flügel amputiert werden musste. So nahm Michael Niesler die beiden Sorgenkinder des Rühstädter Storchenklubs im Tierpark mit auf. "Das ganze Team hatte ein Auge auf die beiden, kümmerte sich um die Tiere", berichtet er. Augenscheinlich sehr gut. Denn der eine Storch machte sich so trefflich heraus, dass er Abschied vom Tierpark nahm und auf Reisen ging.

Gnevi hingegen wird zeitlebens hier sein Zuhause haben. "Und das können durchaus 30 Jahre sein. In Gefangenschaft werden sie sogar oftmals noch älter", weiß Uwe Weltin. "Auch bei uns werden immer noch Störche gezählt, die einen Alu-Ring tragen, das heißt, sie wurden schon zu DDR-Zeiten beringt."

Gnevi bewohnt derzeit noch eine Single-Voliere, denn es gab immer wieder Zoff mit den drei anderen Störchen. "Sie sind weitaus länger hier", so der Tierparkleiter. Man wolle aber versuchen, Stück für Stück die behinderten Weltenbummler aneinander zu gewöhnen.

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