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Der Prignitzer

24. November 2017 | 23:30 Uhr

Ross und Reiter nennen

vom

svz.de von
erstellt am 04.Nov.2007 | 10:23 Uhr

Schockierend, alarmierend und mal wieder ist der Fan der Dumme. Diesmal geht es nicht um verschobene Fußball-Spiele wie im Fall des Schiedsrichters Robert Hoyzer oder die Doping-Skandale im Radsport. Jetzt steht das Profi-Tennis am Pranger. Seit Wochen schwelt es im einstigen weißen Elitesport, der anscheinend mächtig Dreck am Stecken hat. Von verschobenen Spielen ist die Rede. Es wird nicht nur von zehn oder dreißig Partien gesprochen, nein mitnichten. Laut eigenen Angaben des Westdeutschen Rundfunks liegt dem Sender eine Liste von 140! verdächtigen Begegnungen vor, die derzeit von der Spielerorganisation ATP geprüft werden, darunter seien auch 17 Spiele der vier Grand-Slam-Turniere aufgelistet. Ein Horror, zumal 165 Aktive involviert sein sollen.
Doch genau da hört die Information auf, auf die ein Anhänger sein Recht hat. Namen werden bislang in keinster Weise erwähnt. Nur sieben auf der ATP-Tour Aktive gaben bislang Kontakte zur Wett-Mafia zu. Doch die enorme Anzahl lässt allen Spekulationen freien Lauf. Wer, was, wann, wie, wo? Und wenn sich dann noch ein anonymer Zeuge, ein namentlich nicht bekannter deutscher Top-Spieler, im deutschen Fernsehen zu diesem Thema äußert, kann man nur sagen: Es reicht!
Erst hüllt man sich im Radsport in Schweigen: Die Dopingsünder Patrick Sinkewitz und Jörg Jaksche nennen keine Fahrerkollegen, jetzt im Tennis-Sport das Gleiche. Eine Krähe hackt ja bekanntlich der anderen kein Auge aus. Der Radsport hat schon an seiner Glaubwürdigkeit verloren. Der Tennissport trägt derzeit viel dazu bei, dass ihm das selbe Schicksal ereilt. Damit es nicht eine weitere unendliche Skandal-Geschichte im Sport gibt, kann es nur eines geben: Es müssen Ross und Reiter genannt werden.

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