Perleberger Stadtwald : Rosebach wird altes Bett bereitet

Stadtförster Stefan Koepp erläutert anhand der Karte das umfangreiche Kompensationsprojekt.
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Stadtförster Stefan Koepp erläutert anhand der Karte das umfangreiche Kompensationsprojekt.

Deutsche Bahn investiert eine Viertelmillion in Kompensationsprojekt Waldumbau, Wanderweg und Öffnung des alten Flussbettes

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03. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Bis Jahresende soll alles geschafft sein – die Rose in ihrem alten, angestammten Bett wieder fließen und der einstige Wanderweg zum Streifen durch Mutter Natur einladen. Zudem sind drei sogenannte Waldumbauprojekte umgesetzt.

Was da alles so leicht über die Lippen geht, kostet der Deutschen Bahn gut eine Viertelmillion Euro. Als Ausgleichsmaßnahmen für den Streckenausbau Berlin – Hamburg steht der Kompensationspool Rose mit den genannten Maßnahmen. Unter Fichten wurden bereits im vergangenen Jahr Buchen angebaut. „Das Ziel: Durch Mischwaldstruktur eine ökologische Aufwertung“, bringt es Stadtförster Stefan Koepp auf einen kurzen Nenner. Gleiches gilt für den Eichenvorbau unter Kiefern mit gleichzeitiger Waldrandgestaltung bzw. Buchen und Linden unter einem Kiefernbestand – alles teils im Privat-, teils im Stadtwald, listet der Revierförster auf.

Das für den Betrachter am Interessantesten aber ist das Roseprojekt. Denn hier wird der Ende des 19. Jahrhunderts begradigte und verkürzte Bach wieder in sein altes Bett zurückgeführt. Grünland wollte man gewinnen, darum grub man zu jenen Zeiten der Rose im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser ab. Damit verschwand auch der alte Wanderweg. Über Trampelpfaden schufen sich die Besucher ihre eigenen Spazierwege und „die führten quer durch Mutter Natur“, ergänzt Stefan Koepp. Genau das sei nicht im Sinne des Erfinders, brütet hier doch der Kranich, ist der Biber zu Hause und noch etliche andere Bewohner, die nicht gestört werden wollen.

Der alte Wanderpfad vom Düpower Weg bei Christoph’s Ruh über die Rose nach Schacks Acker ins Kloster und zurück zum Düpower Weg ist demnächst wieder passierbar. Noch allerdings gleicht er hier und da einer Baustelle. Denn über die Rose hin zu Schacks Acker wird für den einstigen Steg jetzt eine richtige kleine hölzerne Brücke gebaut. Gestalt hat sie längst angenommen, aber noch ist sie nicht fertig.

Verschlossen wurde hingegen der sogenannte Durchstich, das künstlich angelegte Bett der Rose. Über ihn gelangt man nun auf die Klosterinsel. Woher der Name stammt, weiß niemand mehr so richtig zu deuten, keinesfalls von einem Kloster. Verlassen kann man jene Insel über eine Furt. „Sie gab es schon immer, doch jetzt werde sie so hergerichtet, dass Maschinen für die forstliche Bewirtschaftung des dortigen Waldes sie befahren können. Und natürlich werden auch die Wandersleut’ hier über sogenannte Trittsteine „übersetzen“ können.

Ein überaus sensibles Gebiet mit vier Schutzstatus (Landschaftsschutzgebiet Brandenburg Elbtalaue, Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, europäisches Vogelschutzgebiet Unteres Elbetal und FFH-Gebiet Stepenitzniederung/Zeetzbach) habe man hier, dem dieses große Projekt Rechnung trage. Der Grund auch, warum man versucht habe, alle Maßnahmen, sprich Holzeinschlag und Brückenbau zu koordinieren. „Auch etwas Glück war dabei“, gesteht Stefan Koepp, denn der Kranich hat sich in diesem Jahr einen anderen Brutplatz ausgesucht. 2015 kann er wieder kommen, da hat längst wieder Ruhe Einzug gehalten ins Rosetal.

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