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Der Prignitzer

17. Oktober 2017 | 20:49 Uhr

Rommy Elster: Ihr Kinderlein kommet

vom

svz.de von
erstellt am 26.Dez.2011 | 04:45 Uhr

Perleberg | Ihr Kinderlein kommet - "und das ruhig in Scharen", setzt Rommy Elster den Gedanken fort. Sie ist Standesbeamtin und gemeinsam mit ihrer Kollegin Marina Gleiß beurkundet sie jeden neuen Erdenbürger, der in Perleberg das Licht der Welt erblickte. Wobei, zur Welt kommen kann der Spatz durchaus auch schon auf der Strecke ins Krankenhaus, "maßgebend für die Beurkundung ist, wo Mutter und Kind aussteigen", sorgt Rommy Elster für Aufklärung. Allerdings sei so ein Fall äußerst selten. Im Namensverzeichnis steht dann ein Vermerk auf den eigentlichen Geburtsort.

August war der geburtenstärkste Monat

360 Mädchen und Jungen beurkundeten die beiden Perleberger Standesbeamtinnen in diesem Jahr im wahrsten Sinne des Wortes mit Brief und Siegel, sprich Amtsstempel. Bis Jahresende werden es sicher noch einige mehr sein und doch längst nicht so viele, wie im Jahr zuvor. "Da waren es 440 Kinder", verrät der Blick in die Akten. Warum 2011 der Kindersegen nicht so reichlich ausfiel? Schulterzucken bei den beiden Standesbeamtinnen und Rommy Elster fügt schmunzelnd an, "dabei kam der Winter sehr früh, blieb doch recht lange und war teilweise ziemlich kalt". Etwas davon spüre man aber schon, denn der August ist der geburtenstärkste Monat. 48 neue Erdenbürger beurkundeten die beiden Standesbeamtinnen - "alles kleine Nikoläuse" sagen sie mit Blick neun Monate zurück.

Hinsichtlich der Namensgebung scheinen Eltern in jedem Jahr in etwa auf einer Wellenlänge zu liegen. Der Renner bei den Mädchennamen ist Marie gefolgt von Sophie und Maria. Tim, Ben und Finn führen die Hitliste der Jungennamen an. "Insgesamt gesehen kann man aber von einer Vielfalt an Namen sprechen und absolut ausgefallene hatten wir nicht", so Marina Gleiß. Einige Eltern erkundigen sich bereits im Vorfeld, ob ihre Namenswahl beurkundet werden kann. Und auch der Rat der Standesbeamtinnen hinsichtlich der Schreibweise wird nicht selten in Anspruch genommen. Ist die Angelegenheit zweideutig, muss ein geschlechtsspezifischer Zweitname für Klarheit sorgen. So ist Luca sowohl ein Jungen- als auch ein Mädchenname ebenso Dominik bzw. Dominique.

Zwei Vornamen sind im Trend, drei weniger, doch auch fünf wurden schon nachgefragt. Zumeist wird als Zweitname der des Papas oder der Mama angeführt, aber auch Großeltern stehen oft Pate. "Nirgends aber steht geschrieben, wie viele Vornamen man seinem Kind geben kann", so Rommy Elster.

Die Eltern überlegen sich den Kinderwunsch offensichtlich gut, denn im Schnitt sind sie 30 Jahre und etwas älter, wenn sich der Familiennachwuchs einstellt. "18-, 19- oder 20-jährige Mamas sind sehr selten geworden", weiß Marina Gleiß. Und heute ist es fast Normalität, dass sich erst Nachwuchs einstellt und geheiratet wird später. Aber manchmal hat sich der Papa auch ganz von der Familie verabschiedet. Da kommt es schon vor, dass Rommy Elster und Marina Gleiß nicht nur die Geburt beurkunden, sondern zugleich Seelsorger sind bzw. Wege aufzeigen, wo die Muttis Hilfe und Beratung finden.

Eigens für die kleinen Erdenbürger hat das Land Brandenburg ein Begrüßungspaket geschnürt mit Impfkalender, Tipps und Hinweise zu Pflege und Ernährung, kurzum ein Ratgeber für junge Eltern. Wenn jene es wünschen, können sie diese Elternbriefe kostenlos bis zum 8. Lebensjahr des Kindes beziehen "und davon wird gern und rege Gebrauch gemacht", betont Rommy Elster. Und auch das Baby-Stammbuch erfreut sich wachsender Beliebtheit. "Ein Familienstammbuch gibt es erst bei einer Eheschließung. Da immer mehr Eltern auch ohne Trauschein ein erfülltes Familienleben führen, wurde halt das Baby-Stammbuch ersonnen", ergänzt Marina Gleiß und empfiehlt es schon vor der Geburt des Nachwuchses. Denn hier enthalten sich viele interessante Informationen und rechtliche Hinweise, die man schon im Vorfeld abklären kann, wie die Anerkennung der Vaterschaft. Und wenn das Kind dann 18 Jahre ist, können die Eltern ihrem Nachwuchs alles komplett in die Hand geben - vom Mutterpass, dem ersten B-Bild, wann der Sproß sich anschickte ein Bein vor das andere zu setzen und dergleichen mehr.

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