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Debatte um FFH-Gebiet bei Quitzöbel : Rolle rückwärts beim Bauerbrack

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Gewässer bei Quitzöbel wird doch nicht Teil des Naturschutzgebiets / Großer Widerspruch gegen das Vorhaben

von
erstellt am 21.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Da haben die Grundstückseigentümer rund um das kleine „Bauerbrack“ nahe Quitzöbel noch einmal Glück gehabt. Die geplante Erweiterung des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets „Quitzöbeler Dünengebiet“, wonach das Gewässer dann Schutzgebiet geworden wäre, ist vom Tisch. Das erklärte Joachim Wersin-Sielaff, Sprecher des Landesumweltministeriums, auf „Prignitzer“-Nachfrage. „Es bleibt alles beim Alten“, fügte er an.

Das dürfte bei den Quitzöbelern für Freude sorgen, denn das Bauerbrack dient ihnen und Menschen in der Umgebung als Badestätte. Im Winter wird dort Schlittschuh gelaufen. Dies stand mit der vom Landesamt für Umwelt angedachten FFH-Gebietserweiterung zur Disposition.

Christoph Rechberg besitzt seit zehn Jahren ein Grundstück an dem Gewässer, das auch Teil der Schutzzone hätte werden sollen. Als er im Juni die Information des Landesamtes im Briefkasten vorfand, fiel er aus allen Wolken. Darin stand, dass bei der früheren Ausweisung des Schutzgebiets ein „wissenschaftlicher Fehler“ unterlaufen sei. Dieser solle nun korrigiert werden, in dem das FFH-Gebiet um 20 Hektar erweitert wird. Grund: die „Sicherung des Lebensraumtyps ,Alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen’“. Diesen „wissenschaftlichen Fehler“ scheint es nun doch nicht zu geben. Ministeriumssprecher Wersin-Sielaff betont auf erneute Nachfrage, dass es sich um eine geplante Erweiterung handelte, die nun eben nicht erfolgt. „Ich bin natürlich erleichtert, dass es so gekommen ist. Das ist wunderbar“, sagt Christoph Rechberg, der von unserer Redaktion von dieser Wendung erfährt.

Der Anwalt und Forstwirt hatte im Juni umgehend Einspruch gegen die Erweiterung eingelegt und auch rechtliche Schritte angekündigt. „Das Schreiben hat mich empört, weil ich mich betrogen fühle“, erklärt der 67-Jährige seine Beweggründe. Ihm kam das Vorhaben wie eine Enteignung vor. „Wäre es tatsächlich so gekommen, dass mein Grund Teil des FFH-Gebiets geworden wäre, hätte das den Grundstückswert sicher gesenkt.“ In seinem Widerspruch an das Landesumweltamt betonte Rechberg, dass das Bauerbrack gerade wegen seiner Bedeutung als Naherholungsgebiet früher nicht in das FFH-Gebiet aufgenommen worden sei.

Auch Hartmut Zippel, Bürgermeister der Gemeinde Legde/Quitzöbel, zeigte sich erfreut über die Entwicklung. „Eine Schutzgebietserweiterung wäre ein Schlag ins Kontor für uns gewesen. Das Bauerbrack ist seit vielen Jahren ein kleines Naherholungsgebiet, im Sommer wie im Winter. Außerdem ist der Angelverein hier aktiv. Das alles wäre in Gefahr gewesen.“ Amtsdirektor, Torsten Jacob, schaltete sich ebenfalls ein und schrieb nach Potsdam. „Wir sind froh, dass es nicht zu der Erweiterung des Schutzgebiets gekommen ist. Das Wasser des Bauerbrack hat eine gute Qualität“, so Jacob am Mittwochabend bei der Gemeindevertretersitzung in Quitzöbel. Damit spielte er auf die aktuelle Untersuchung von Wittenberger Gymnasiasten an, die dem Gewässer eine Güte 2 bescheinigten. Jacob erläuterte, dass das Bauerbrack auch bei der Freiraumplanung, die gerade überarbeitet wird, außen vor bleiben soll.

 

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