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Geschenk für das Stadtmuseum : Rolandstatue wieder in Perleberg

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ahlsdorfer Jürgen Schulz schenkt die Holzfigur aus dem Nachlass Georg Müllers dem Stadt- und Regionalmuseum

svz.de von
erstellt am 01.Aug.2017 | 05:00 Uhr

„Zunächst kommt die Rolandfigur in den Sammlungsbestand des Museums“, so Frank Riedel, Leiter des Stadt- und Regionalmuseums der Stadt Perleberg, als er am Montag mit Jürgen Schulz zusammentrifft.

Der Ahlsdorfer hat seit 22 Jahren eine Holzstatue des Perleberger Rolands in seinem Besitz, die er dem hiesigen Stadt- und Regionalmuseum stiften und sie somit wieder zurück in die Prignitz bringen möchte. „Dort ist sie am besten aufgehoben und jeder Besucher kann sie bewundern“, ist er sich sicher.

„Wir wollen die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte modifizieren. Dabei sollen das Recht der Stadt und die Gerichtsbarkeit eine besondere Rolle spielen. Hier könnte der hölzerne Roland integriert werden“, benennt Frank Riedel eine Möglichkeit zur Präsentation der Statue im Museum. Woher die Nachbildung des Perleberger Rolands ursprünglich stammt, das weiß Jürgen Schulz nicht zu sagen. Die Holzstatue des Rolands hat eine Höhe von 43 Zentimetern. Eingeschnitzt ist der Name „H. Hildebrandt“ und das Datum „5.7.1927“. War dies der Schöpfer? Die Frage bleibt unbeantwortet. Es ist eine im Detail sehr genaue Nachbildung der Sandsteinfigur auf dem Großen Markt in Perleberg. Der Museumsleiter spricht von einer „sehr filigranen Schnitzarbeit“.

Fest steht, dass sie aus dem Nachlass von Georg Müller stammt, jenem Georg Müller, der am 2. Mai 1945 die weiße Fahne auf dem Kirchturm gehisst haben soll. Er war der Onkel von Jürgen Schulz. „Meine Cousine Hilde Müller hat mir diese Holzstatue 1995 geschenkt“, erzählt er. „Ich wäre der einzige in ihrem Verwandtenkreis, der noch eine besondere Beziehung zu Perleberg hätte, da ich bis 1953 in der damaligen Westprignitz, in Pirow, gelebt habe und bis zu dieser Zeit in Perleberg zur Schule gegangen bin.“

Unklar ist jedoch, wie die Figur in den Besitz Müllers gelangte. Da kann sein Neffe nur mutmaßen: „Er hatte damals bestimmt auch Zugang zu den Räumen der Bürgermeisterei und bei dieser Gelegenheit könnte er die Holzstatue an sich genommen haben, um sie vor einer Zerstörung oder einem Raub zu bewahren.“

Auf den Seiten des achteckigen Sockels der Holzstatue sind die Szenen aus der Herkulessage – im Gegensatz zu der verwitterten Rolandfigur auf dem Markt – gut zu erkennen.

Mit einem Fotobuch von Max Zeisig bedankt sich Museumsleiter Frank Riedel für das Geschenk.

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