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Rolandstadt : „Rolandstadt“: Ein neuer Anlauf

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Nachdem die Idee für einen Namenszusatz vor fünf Jahren ad acta gelegt werden musste, stehen die Chancen jetzt unter neuen Vorzeichen gut

von
erstellt am 24.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Fast genau fünf Jahre ist es her, als die FDP-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung den Antrag einbrachte, für Perleberg den Namenszusatz „Rolandstadt“ einzuführen. Im Gespräch war seinerzeit auch die Zusatzbezeichnung „Hansestadt“. Die lange Geschichte ist kurz erzählt: Der Antrag scheiterte seinerzeit bereits im Kulturausschuss.

Das Prozedere für einen Namenszusatz war damals überaus aufwendig und langwierig, zumindest im Land Brandenburg. Eine umfangreiche Information hätte dem vorausgehen müssen, die Stadt müsste nachvollziehbare Motive, sprich gute Antworten auf die Frage haben, was der Titel der Kommune langfristig bringen soll. Erst danach sei eine Kostenschätzung möglich gewesen. Das Genehmigungsverfahren gestaltete sich schwierig.

Die Vorzeichen haben sich geändert. Der Vorschlag „Rolandstadt“ wird mittlerweile von allen Fraktionen des Parlaments – Linke, CDU, SPD und FDP/KBV – mitgetragen. Und: Das Land hat die Hürden herabgesetzt. So lag der Vorschlag, der bereits Anfang Oktober 2015 neu formuliert wurde, gestern Abend im Kulturausschuss wieder auf dem Tisch.

Durch eine Modifikation in der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg, die 2013 – auf Initiative der FDP-Fraktion im Landtag – erfolgte, können Gemeinden eine zusätzliche Bezeichnung, die auf die Historie, Eigenart oder Bedeutung des Ortes hinweist, führen. Das Kommunalparlament benötigt für einen solchen Beschluss eine Dreiviertel-Mehrheit. Die Bestimmung oder Änderung der Ortsbezeichnung muss dann dem Brandenburger Innenministerium lediglich angezeigt werden und gilt als verliehen, wenn das Ministerium nicht innerhalb eines Monats nach Eingang schriftlich Bedenken erhebt.

„Für die weitere Entwicklung des Tourismus’ in unserer Stadt wäre es gut, wenn sich zum Namen ein besonderes Merkmal installieren ließe. Der Roland steht seit Jahrhunderten in unserer Stadt und hat das Bild Perlebergs entscheidend geprägt. In unserer unmittelbaren Umgebung ist er einmalig. Perleberg verfügt nach dem Bremer über den zweitältesten Riesen-Roland“, heißt es in der Begründung der Vorlage, die zunächst weitere Ausschüsse passieren muss und letztlich von den Stadtverordneten entschieden wird. Zudem werde im Internet und in Publikationen bereits mit der Begrifflichkeit „Rolandstadt“ für Perleberg gearbeitet. Darüber hinaus sei die Stadt Mitglied im Netzwerk der Rolandorte. Die Kosten für die Einführung der Zusatzbezeichnung auf Ortseingangsschildern, Briefköpfen, Siegeln, Frankiermaschinen, Stempeln, Softwareänderungen usw. würden sich auf schätzungsweise 23 700 Euro belaufen.

Die kommunalfreundliche Neuregelung in Brandenburg bewährt sich bereits. Und Perleberg würde sich mit einem passenden Namenszusatz in guter Gesellschaft befinden: „Fontanestadt“ Neuruppin, „Kleiststadt“ Frankfurt (Oder), „Perle der Lausitz“, Spremberg, „Stadt der Optik“ Rathenow, „Flößerstadt“ Lychen, „Stadt der Pferde“ Neustadt/Dosse, „Wasserstadt“ Fürstenberg/Havel, „Spargelstadt“ Beelitz, „Sängerstadt“ Finsterwalde oder das Dorf Gollenberg in der Gemeinde Rhinow im Havelland, das als „Lilienthal-Gemeinde“ dem Flugpionier Otto Lilienthal alle Ehre macht. Die Auflistung ließe sich noch weiter fortsetzen.

Bis 2013 wurde in Brandenburg übrigens lediglich vier Kommunen das Recht verliehen, eine Zusatzbezeichnung zu tragen: Seit 1998 darf sich der Geburtsort des Australienforschers Ludwig Leichhardt, Trebatsch, als „Leichhardt-Gemeinde“ bezeichnen. 1999 und 2000 folgten die schon erwähnten Orte Neuruppin, Frankfurt (Oder) und Neustadt an der Dosse.

Perleberg wäre im Landkreis Prignitz die erste Kommune mit einer offiziellen Zusatzbezeichnung, vorbehaltlich der Entscheidung der Mitglieder in den Ausschüssen und des Stadtparlaments. So oder so ähnlich wie in unserer Fotomontage könnten die neuen Stadteingänge dann aussehen.  

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