775 Jahre Perleberg : Rolandexpress: Nächster Halt Ostern

Der Rolandexpress wieder auf Fahrt. Nächster Halt: Ostern 2015.
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Der Rolandexpress wieder auf Fahrt. Nächster Halt: Ostern 2015.

Perlebergs erste angesagteste DJs legten bereits zum 750. Stadtjubiläum auf und sorgten 25 Jahre später erneut für Mega-Party

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04. Juli 2014, 12:00 Uhr

Als Rolandexpress schrieben sie Disko-Geschichte in Perleberg und als bald auch darüber hinaus: Fredi, alias Fred Thalmann, Hansi, gutbürgerlich Hans Kasimir, Matze, sprich Matthias Röhr, und Mario, Nachname Ziems. Nach der Wende löste sich das Quartett auf – Fred macht seither Disko in München und Österreich, die anderen solo immer noch die eine oder andere Mugge in der Prignitz.

Das absolute Highlight und auch ihr letzter gemeinsamer Auftritt damals war die Mega-Party im Hagen zur 750-Jahr-Feier von Perleberg. Wie viele es genau waren, weiß niemand, „aber wohl Tausende tanzten hier“, überschlägt Fredi. Die Polizei kam auf die Bühne und bat darum, etwas herunter zu fahren, denn die Leute rissen vor Begeisterung und Ekstase bereits Zäune ein. Zäune zum Einreißen gab es zur 775-Jahrfeierparty auf dem Großen Markt nicht, aber die Stimmung war mindestens ebenso heiß, als sie am Festtagsfreitag um 23 Uhr die Bühne in Beschlag nahmen. Mit dem ersten Akkord war die Tanzfläche voll, die Fans drängten sich vor der Bühne, versuchten ihren Idolen so nah wie möglich zu sein. „Ich habe mich gefühlt wie ein Rock-Star“, gesteht Fredi.

Bis 1.20 Uhr legten sie auf und wenn es nach den Massen gegangen wäre, dann hätten sie bis Samstagfrüh durchmachen müssen. Der Grund auch, warum sie tags darauf zusätzlich noch einmal im „Stama“ (Stadt Magdeburg) – einer ihrer angestammten Disko-Tempel früherer Zeiten – die Regler aufzogen. Unterstützt wurden sie dabei wieder von ihrem Technikgenie Detlef.

Ihren Auftritt zum Stadtjubiläum gemanagt hat übrigens Gerald Dettmer. Er und Fredi hatten viele Jahre das Ansinnen, den Rolandexpress einmal im Jahr auf Fahrt zu bringen so nach der Manier: Perleberger für Perleberger. Ostern 2013 war es dann so weit. Und hier entstand auch die Idee, zum 775. Stadtjubiläum erneut eine Mega-Party zu starten, wenn die Stadt es wolle. Und die wollte, als bald kam die Einladung, erzählt Fredi. „Alles andere nahm dann Gerald in die Hand.“

Wenn dann die Stadt ihren 777. Geburtstag feiern sollte, will der Rolandexpress natürlich wieder gern mit von der Partie sein. Und beim 800.? „Wenn die Bühne ebenerdig oder über einen Aufzug verfügt“, kontert Fredi in seiner liebenswert spitzbübischen Art. Doch einiges sei schon jetzt gebongt: Perleberger für Perleberger wird es fortan einmal im Jahr – Ostern – geben. „Einmal Perleberger, immer“, so Kasi. Auch wenn er in Wentdorf zuhause ist, so hat er hier als DJ seine ersten Schritte gemacht, wie die anderen auch. Ob das Kulturhaus in der Feldstraße, der Kreml, wie das Haus der DSF im Volksmund hieß, heute das „Effi“, im Stadt Berlin oder im „Stama“, wo man nur mit Schlips und Kragen rein kam, überall legten sie auf. Bei ihrem Comeback im „Stama“ am vergangenen Samstag hatten sie sich mit „Crel“, heute über 60, einen der ersten und angesagtesten DJ in Perleberg mit auf die Bühne geholt. Und dann wurde Musik wie anno dazumal vom Tonband gemacht. Als Live-Act präsentierte sich Rüdiger Knoff. „Der hat schon mit Dieter Bohlen gesungen. Bohlen hat sich dann aber für Thomas Anders entschieden“, plaudert Fredi aus dem Nähkästchen. Übrigens, passend zur Mugge auch die Karte. Im Angebot: Kremltrommel zum Festpreis und der Kulturhausteller, sprich Currywurst mit Pommes rot-weiß.


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