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Traktor-Pulling: Saisonstart in Perleberg : Röhrende Traktoren und Oldtimer

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Trecker als Agrarsportgeräte: Die Wettkämpfe und viele liebevoll restaurierte Fahrzeugveteranen lockten Technikfreunde nach Perleberg

Tausende Schaulustige sind am Wochenende zum Start der diesjährigen Saison im Traktor-Pulling in Brandenburg und Norddeutschland nach Perleberg gepilgert. Bei durchwachsenem Wetter stimmten sie sich mit der Besichtigung Hunderter Oldtimer und selbstgebauter Technik auf die Wettkämpfe ein. Mit dem einen oder anderen Fahrzeug konnten sich Technikinteressierte auf dem Perleberger Festgelände auch herumfahren oder sich auf einer Rutsche hinter einem Traktor über den Pulling-Parcours ziehen lassen. „Fast alle Traktoren, die auf deutschen Feldern fuhren, können hier besichtigt werden. Die Freunde historische Traktoren und anderer Oldtimer kommen inzwischen aus ganz Deutschland nach Perleberg“, konstatierte stolz Veranstalter Nick Schröder.

Die Starter im Traktor-Pulling, dem „Agrarsport Nummer 1“ konnten verschiedener nicht sein. Sebastian Legke aus Liepen war das zweite Jahr dabei. Er fährt einen russischen K 700 A, weitgehend original einschließlich Lackierung mit nur leichter Leistungssteigerung auf 220 bis 230 PS und Zusatzgewichten. Er wird im Familienbetrieb auf 100 Hektar für die Bodenbearbeitung genutzt. An ein bis zwei Wettbewerben im Jahr nehme er teil, so Legke.

Mit vier selbstgebauten Fahrzeugen ist das Pulling- Team aus Friesack angereist. „Wir starten in der Saison bei einem Dutzend Wettkämpfen“, erzählte Stefan Nastke. Lackierung und Design ihrer Sportgeräte sind so ungewöhnlich wie die Motorisierung, ein Häckslerantrieb, ein Flugzeugmotor, ein amerikanischer Achtzylinder und ein BMW-Motor. Ein Jahr dauere es, bis die Grundkonstruktion fertig sei, diese werde dann immer weiter verbessert, so Stefan Nastke. Die Friesacker haben schon Landesmeisterschaften ausgerichtet und gewonnen. Sie laden in zwei Wochen zu eigenen Wettkämpfen ein.

Neben alter Landtechnik und einigen hochmodernen Geräten als Gegensatz waren auch Oldtimer aller Fahrzeugarten umlagert. Zu den interessantesten gehörte der G 5 STW 1550 in NVA-Grün von Hans-Benno Leupacher aus Lenzen. Mehr als zwei Jahrzehnte hatte der Tanklaster, Baujahr 1962, nach NVA-Zeit, LPG- und THW-Nutzung ungenutzt, aber trocken herumgestanden, bevor ihn der Lenzener KfZ-Meister und Oldtimerfreund 2013 erwarb und im Folgejahr liebevoll restaurierte. Der Originallack blieb erhalten, Sitze, Bremsen und vieles weitere wurden restauriert, der Motor zum Laufen gebracht. Neu sind nur Reifen und Felgen, denn 600 bis 800 Kilometer werden pro Saison gefahren. Das seltene Fahrzeug wird noch komplettiert. Hans-Benno Leupacher hat einen passenden Anhänger gefunden, macht sich aber beim Restaurieren keinen Druck. Und auch andere Oldtimer warten in Lenzen auf die Aufbereitung.  

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erstellt am 24.Apr.2017 | 05:00 Uhr

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