Konzert-Events hinterfragt : Rockmusik, Feierlaune und schlaflose Nächte

Auch im 44. Jahr ihrer Karriere sind die Puhdys in Spiellaune: Peter Bimbo Rasym, Dieter Maschine Birr und Dieter Quaster Hertrampf (v. r.) überzeugten mit alten und neuen Hits am Rudower See in Lenzen.
Auch im 44. Jahr ihrer Karriere sind die Puhdys in Spiellaune: Peter Bimbo Rasym, Dieter Maschine Birr und Dieter Quaster Hertrampf (v. r.) überzeugten mit alten und neuen Hits am Rudower See in Lenzen.

Diskussion um die Zukunft der Konzertveranstaltungen an der alten Badeanstalt

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20. März 2014, 21:23 Uhr

Heftig diskutiert werden in Lenzen jedes Jahr aufs Neue die an der Badeanstalt am Rudower See stattfindenden Musikveranstaltungen. Während die eine Seite dem musikalischen Treiben für die meist jugendlichen Besucher vorbehaltlos gegenüber steht, plädiert die andere Seite für massive Einschränkungen bei Dauer und Lautstärke der Diskotheken, weil sie sich um den Schlaf gebracht fühlen. Mehrfach waren die zwei bis drei jährlich genehmigten Veranstaltungen Thema bei Sitzungen des Stadtparlaments und in seinen Ausschüsse. In diesem Jahr planen Badeanstalt-Betreiber Marcel Bartoschewitz und KKL-Music am 10. Mai und 20. September wieder zwei Events für House- und Techno-Freaks.

„Ich bin nicht gegen die Veranstaltungen und kenne niemanden, der sie nicht will“, so Irene Telschow, die, wie sie sagt, für viele Lenzener spricht. „Aber es müssen Kompromisse gefunden werden.“ Auch für Dorit Scholz, die in unmittelbarer Seenähe wohnt, ist das „Wummern“ bis in die Morgenstunden ein großes Problem. „Als Anwohnerin fühle mich schon sehr belästigt, trotz geschlossener Fenster. Ich bin nicht gegen die Veranstaltung, aber wenn, dann nur bis 3 Uhr.“ Das Problem seien fast ausschließlich die Bässe, die vielleicht messtechnisch immer unterhalb der Lärmpegel-Richtwerte liegen, aber noch mehrere Kilometer weit zu hören sind.

Die Verwaltung hat bei der Genehmigung der Veranstaltungen und der erweiterten Ruhezeiten die schwierige Aufgabe, sowohl den Ansprüchen der Veranstalter als auch denen der Anwohner gerecht zu werden. „Die Genehmigungen für Herrn Bartoschewitz erfolgen im Rahmen des Immissionsschutzgesetzes“, sagt Amtsdirektor Harald Ziegeler. „Die Einschätzung, was Lärm ist, ist aber sehr unterschiedlich. Thermik oder Witterung können dazu führen, dass sich der eine oder andere belästigt führt.“ Natürlich sei der Veranstalter auch an Auflagen gebunden. So sollen bei der nächsten Tanzparty am 10. Mai, bei der wieder mehrere hundert Besucher erwartet werden, Dezibel-Messungen vor und während der Veranstaltung vorgenommen und vom Veranstalter selbst protokolliert werden.

Marcel Bartoschewitz, der im engen Kontakt mit Polizei und Ordnungsamt steht, kennt die Bedenken der Lenzener. Bei den letzten Events hat er bereits Schallschutzwände aus Strohballen aufbauen lassen. Gegen Auflagen habe er in der Vergangenheit nicht verstoßen, auch wenn die Lenzener ein anderes Lärmverständnis hätten. „Die genehmigten Zeiten haben wir immer eingehalten. Und bei der Lautstärke, die wir mit einem extra angeschafften Messgerät überprüfen, gab es keine Vergehen. Wir machen uns auch Gedanken, wie die Technik aufgebaut werden kann, arbeiten an einem Vierpunkt-System. Außerdem stehen wir mit einem Tontechniker in Kontakt.“ Mit der Vorgabe und dem Kompromiss, bei der nächsten Veranstaltung (bis 6 Uhr) den Lärmpegel ab 3 Uhr auf 55 Dezibel zu reduzieren, kann Bartoschewitz „gut leben“.

Verwaltungschef Harald Ziegeler sieht der Mai-Veranstaltung gespannt entgegen. „Der Veranstalter wird sich an der ersten Veranstaltung messen lassen müssen. Ansonsten wird in Zukunft nicht mehr genehmigt, was die Ruhezeiten betrifft.“

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