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Modemuseum : „Roaring Twenties“ zum Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Zwei Jubiläen mit niveauvoller Feuer

von
erstellt am 10.Jun.2014 | 08:00 Uhr

Wann immer Josefine Edle von Krepl in den vergangenen acht Jahren in ihr Modemuseum eingeladen hatte, stets konnten die Besucher sicher sein, dass es ein Abend auf ganz hohem Niveau werden würde. Ob Musik, Kabarett oder – ganz dem Ansinnen des Museums entsprechend – faszinierende Kreationen aus Stoff: Krepl hatte stets Sinn für das Besondere. So auch am Samstag, als das Modemuseum sein achtjähriges Bestehen feierte und die „Chefin“ ihren 70. Geburtstag beging. Eine Reise in die wilden Zwanziger, die „Roaring Twenties“ sollte es werden.

„Seit acht Jahren Gibt es das Museum, und ich schlage vor, wir lassen die Acht auf die Seite kippen, damit sie zum Symbol für die Unendlichkeit wird“, sagte von Krepl sichtlich gerührt, als sie ihre Gäste im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal auf den Abend einstimmt und die acht Jahre ein wenig Revue passieren lässt. 21 Mitarbeiter und 25 Praktikanten aus ganz Deutschland hätten in dieser Zeit für das Museum gearbeitet und die Ausstellungsstücke ins rechte Licht gerückt.

„250 000 Besucher haben wir in den acht Jahren empfangen, eigentlich unvorstellbar“, zieht sie, beinahe selbst etwas ungläubig, Bilanz, und dankte der Stadt Meyenburg und allen Freunden und Förderern des Museums für die jahrelange Unterstützung. „Einmal Sammlerin – immer Sammlerin“, schiebt Josefine Krepl noch hinterher und räumt ein, dass es ihr schwer fallen werde, das Modemuseum irgendwann loszulassen. „Aber mit 70 darf man dann ja wohl auch mal etwas kürzer treten.“ Gelächter im Saal.

Dass die Hausherrin auch mal eingeschlagene Pfade verlässt, zeigt die Modenschau, Hauptattraktion des Abends. Kommen sonst nur historische Stoffe aus dem eigenen Fundus oder fremden Sammlungen auf den Laufsteg, bricht Josefine Krepl am Samstag mit der Tradition und präsentiert dieses Mal aktuelle Kleider ihrer Freundin Monika Peters, Modedesignerin aus Berlin. „Schnitte und Muster orientieren sich an den 20er und 30er Jahren und zeigen, dass die damaligen Trends nicht unmodern sind“, so Krepl. Weit geschnitten, eng anliegend, einfarbig oder bunt bestickt – die Models ernten für jedes präsentierte Stück Applaus.

Den passenden Sound dazu liefern Henry de Winter und das Carlton Club Trio. De Winter, Monokel- und Frackträger, erweist sich dabei nicht nur als großartiger Sänger, der die Gassenhauer jener Zeit sicher intoniert. Er ist ebenso profunder Kenner des damaligen Lebens, der Kultur und der Prominenz und weiß das Publikum mit allerlei Geschichten, locker aus dem Nähkästchen geplaudert, zu unterhalten, während sein Foxterrier Bobby gelangweilt auf dem Bühnenboden vor sich hin döst.

In der Pause gibt es für die Besucher schließlich Gelegenheit, die Sonderausstellung „Tanzende, singende Notenblätter“ mit rund 100 historischen Drucken aus den 1920er und 1930er Jahren zu bestaunen, die der Berliner Sammler Miklos Königer zusammengestellt hat. „Mich hat die künstlerische Gestaltung dieser Deckblätter sehr fasziniert, zumal sie von bekannten Grafikern und Illustratoren wie Theo Ortmann oder Willy Herzig stammen“, sagt Königer – eine Faszination, die so mancher Besucher zu teilen scheint.

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