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Der Prignitzer

25. September 2017 | 07:56 Uhr

Ritter und Zauberer nehmen Festung ein

vom

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erstellt am 16.Jun.2013 | 05:37 Uhr

PLattenburg | Wie von Zauberhand drehte sich die Zeit auf der Plattenburg am Wochenende zurück. Gaukler, Ritter, Prinzessinnen, Könige aber auch Hexen und Drachen nahmen für zwei Tage die Festung ein und entführten die Besucher in eine mittelalterliche Welt.

Zum 21. Mal lockt die älteste Wasserburg in Norddeutschland mit einem märchenhaften Markt und zauberhaften Vorführungen zum Mittelalterspektakel. Das Wetter ist gut, die Luft erfüllt vom Duft allerlei kulinarischer Köstlichkeiten. Auf den Wiesen spielen verkleidete Jungs mit selbstgebastelten Schwertern Ritter. Die Erwachsenen sitzen bei Met, Honigbier oder Holundersekt zusammen. Gut kostümierte Personen bekommen vergünstigten Eintritt. Da ist es kein Wunder, dass Zauberer und Burgfräuleins auf Elben treffen. Eine von ihnen ist Ivonne Weber, die mit ihrer Familie die Burg besucht: "Wir sind der Jägerklan aus Bad Wilsnack", erzählt sie lachend. Die Prignitzerin trägt ein langes Kleid mit weiten Trompetenärmeln. Jedes Jahr würden sie sich zu diesem Anlass verkleiden: "Wir finden es schön in diese Zeit abzutauchen."

Blumenkränze sind im Mittelalter ein Muss

Hinter ihr hört man von einem mittelalterlichen Holz karussell das Jauchzen vergnügter Kinder. Handwerker und Künstler bieten Maultrommeln, Rüstungen, Filzwaren, edles Geschmeide und vieles mehr zum Verkauf an, führen ihr Handwerk vor und laden zum Mitmachen ein. Mittendrin sitzt Anne Kabisch in einem Meer von Wiesenblumen. Geschickt flechtet sie aus einzelnen Gräsern einen Haarkranz. Die zehnjährige Joline schaut ihr dabei genau über die Schulter. "Ich biete Blumenkranzworkshops an. Dabei benutze ich nur, was man in der Natur finden kann", erzählt Kabisch. Jedes Jahr komme sie dafür auf die Burg.

Gleich gegenüber von ihrem Stand erklärt der elfjährige Valentin aus Lutherstadt Wittenberg den Besuchern, wie man Farben herstellt. "Wenn du Grün brauchst, kannst du einfach Gras nehmen und rote Farbe macht man aus Läusen", sagt er und führt es gleich vor, zerstößt dazu die getrockneten Tierchen in einem Mörser. Sein Vater Michael Schicketanz bietet die Rezepte an.

Doch was wäre ein Mittelaltermarkt ohne Ritterrüstungen? Wer Interesse an der schweren Schutzkleidung hat, ist am Stand von Falk Fiebig genau richtig. "80 Prozent unserer Rüstungen sind genau gefertigte Nachbauten. Wir machen die Muster und lassen sie in Werkstätten herstellen. Kostenpunkt: 400 Euro aufwärts", erklärt Fiebig. Nichts für jedermann, vor allem da eine Rüstung zwischen 30 und 40 Kilo wiege, wie er sagt.

Wer keine Lust auf Bummeln hat, ist bei den zahlreichen Aufführungen an jeder Ecke gut aufgehoben. Für viel Begeisterung sorgen die Ritterspiele. Kinder können sich beim Reiten üben oder im Bogenschießen ausprobieren.

Dem Publikum stockt kurz der Atem

Am Nachmittag hat sich unter einem Baum eine Menschentraube gebildet. In ihrer Mitte setzt die Schaustellertruppe "Die Flugträumer" gerade zu ihrem Finale an. Einer der Artisten klettert an zwei roten Tüchern bis in den Baumwipfel und vollführt einige Kunststücke. Dann lässt er sich fallen. Dem Publikum stockt kurz der Atem. Doch knapp über dem Boden fängt er sich wieder ab. Für diese Leistung gibt es vom Publikum großen Applaus.

Ein Höhepunkt an diesem Tag ist für viele Besucher jedoch der Auftritt der Band "LaMarotte". So auch für Ulrike Scheske und Mario Schubert, die extra aus Berlin angereist sind. "Wir lieben die Musik und kennen LaMarotte auch schon live, haben sogar CD’s von ihnen", schwärmt Scheske. Die Band besteht aus fünf Musikern, die sich der deutschen und internationalen Folklore verschrieben haben. Mit Instrumenten, wie Schalmeien, Dudelsack und Flöten lassen sie das Mittelalter noch einmal aufleben. Eine anschließende Feuershow rundet das Programm ab.

So schön es auch war, nach zwei Tagen nimmt das Spektakel wieder sein Ende. Die Magie erlischt und die Zauberwesen verschwinden. Bis zum nächsten Jahr, wenn es wieder heißt: Mittelalterliches Spektakel auf der Plattenburg.

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