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Hochwasserschutz : Risikokarten zeigen Flutfolgen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Verschiedene Szenarien sind für Elbe und Stepenitz abrufbar / Benutzung der Software ist umständlich

Knapp ein Jahr ist seit dem letzten Elbehochwasser vergangen. Während der Flut fragten sich Bürger voller Angst, ob sie in einem gefährdeten Gebiet wohnen, doch öffentlich einsehbare Hochwasserkarten für die gesamte Prignitz gab es nicht. Das ist jetzt anders. Das Landesumweltministerium hat Gefahren- und Risikokarten für Brandenburg erstellt. Damit wurde in einem weiteren Schritt die europäische Hochwasserrisiko-Managementrichtlinie umgesetzt.

Hinter diesem bürokratischen Begriff verbergen sich Karten, die mit Hilfe von Computermodellen für drei Szenarien erstellt wurden: Das Extremereignis, welches ein außergewöhnliches Hochwasser ohne das Vorhandensein von Hochwasserschutzanlagen und so die Überflutung z. B. in Folge eines Deichbruchs darstellt. Die zwei anderen Szenarien gehen von Fluten aus, wie sie voraussichtlich alle 100 oder alle zehn oder 20 Jahre wiederkehren können. Simone Wortha, Mitarbeiterin im brandenburgischen Umweltministerium, betont, dass es sich um Szenarien handelt und damit um die theoretisch angenommene Überflutung bei Eintritt eines bestimmten Ereignisses.

Dabei zeigen die Gefahrenkarten, welche Gebiete bei den drei untersuchten Szenarien überflutet werden und wie hoch in diesen Arealen das Wasser stehen würde. „Bürger können damit Schlussfolgerungen für eine private Eigenvorsorge ziehen, Behörden und der Katastrophenschutz Handlungen daraus ableiten“, sagt Simone Wortha.

Die Risikokarten wiederum geben Auskunft über die nachteiligen Folgen der drei untersuchten Hochwasserereignisse – über die Zahl der potenziell betroffenen Menschen, über Auswirkungen auf die Wirtschaft, über Anlagen mit hohem Schadstoffpotenzial für die Umwelt oder potenziell betroffene Schutzgebiete, nennt Simone Wortha Beispiele.

Zu finden sind die Karten auf den Internetseiten des Umweltministeriums. Über den Link „Wasser“ wird der User unter der Rubrik Hochwasserrisiko-Managementrichtlinie zur Seite der Gefahren- und Risikokarten geleitet. Dort sind neun Gebiete aufgelistet, für die Karten erstellt wurden. Für die Prignitz sind das die Elbe und die Stepenitz.

Wer das entsprechende Gewässer anklickt, kommt zu einer Übersichtsseite und findet erst dort den finalen Link zu den Gefahren- und Risikokarten. Die sich öffnende Karte zeigt das gewählte Flussgebiet. Über die Suchfunktion kann z. B. ein Wohnort oder eine Postleitzahl eingegeben werden.

Alternativ kann auch in die dargestellte Karte gezoomt werden. Nach Klick mit dem Auswahlwerkzeug in das entsprechende Feld, für das man sich interessiert, werden dann sechs PDF-Dateien angezeigt. Die Abkürzung HWGK steht für Hochwassergefahrenkarte, HWRK für Hochwasserrisikokarte. Der letzte Buchstabe H, M oder L steht für hoch (high), mittel (middle) und niedrig (low) und damit für die oben genannten Eintrittswahrscheinlichkeiten von häufig bis selten (Extremereignis). Die Dateien lassen sich vergrößern, bis einzelne Straßen und Gehöfte erkennbar sind.

„Für die Stepenitz sehen die Karten etwas anders aus“, macht Simone Wortha auf einen Unterschied im Layout aufmerksam. Sie wurden bereits vor den anderen Karten erstellt, begründet sie das andere Layout. Man habe entschieden, dieses beizubehalten.

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erstellt am 16.Apr.2014 | 22:00 Uhr

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