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Tag des Offenen Ateliers : Riesenbilder und tanzende Puppen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Künstler laden zum zweiten Mal im Landkreis Prignitz Besucher zum Blick hinter die Kulissen ein

von
erstellt am 04.Mai.2015 | 08:00 Uhr

Seit 1999 gibt es die Tage des offenen Ateliers im Land Brandenburg, immer am ersten Mai-Wochenende. Im Landkreis Prignitz fanden die Aktionstage Sonnabend und Sonntag nach 2014 zum zweiten Mal statt. Zahlreiche Kunstschaffende beteiligten sich – und ihr Engagement sollte nicht enttäuscht werden.

Viele Besucher aus der Region und auch von weiter her nutzten die Angebote gern, schauten hinter die Kulissen oder wurden sogar selbst zu Künstlern, wie z. B. die Gäste des „Ateliers im Grünen“ in Horst (Gemeinde Groß Pankow). Die Gastgeber, Katja Martin und Jost Löber boten in Kooperation mit Julika Müller und Norbert Poredda aus Berlin Workshops im Bronzegießen an. „Heute ist ein ganzer Kurs zustande gekommen, Sonntag noch mal ein halber“, freut sich Katja Martin. Auf dem Gelände im idyllischen Dörfchen zwischen Wolfshagen und Kuhbier herrschte reges Treiben. „Viele Perleberger haben sich auf den Weg zu uns gemacht“, zog Katja Martin Samstagnachmittag eine erste Zwischenbilanz. Die bildenden Künstler aus Horst sind schon länger bei den Tagen des offenen Ateliers dabei, hatten sich vor 2014 den Offerten des Nachbarlandkreises Ostprignitz-Ruppin (OPR) angeschlossen. OPR, so Katja Martin, gelte als einer der Vorreiter im Land Brandenburg für diese Kunstaktionstage.

Ganz neu dabei sind Claudia Neubarth und Hans Serner aus Lindenberg (Gemeinde Groß Pankow) – besser bekannt unter ihrem Label „MarionEtten-Theater“. „Wir hätten auch 2014 gern mitgemacht, waren da aber schon langfristig für einen Auftritt gebucht“, erzählt Claudia Neubarth. Gestern öffneten sie ihre ganz besondere „Puppenstube“ und konnten viele neugierige Gäste begrüßen, die so einige Anekdoten aus dem 20-jährigen Bestehen des Theaters und aus dem Leben der Wahl-Prignitzer erfuhren, die 2004 nach Lindenberg zogen. „Das haben wir übrigens noch nicht einen Tag bereut“, erzählen sie. 110 Marionetten nennen sie ihr Eigen und ließen die Puppen gestern natürlich, sehr zur Freude der Besucher, auch tanzen.

Auf dem Hof von Maler Harms Cyrill Bellin und Lyrikerin Ursula Kramm-Konowalow staunten die Besucher vor allem über die großformatigen Bilder, die der aus Hamburg in die Prignitz gekommene Künstler in seiner Scheune anfertigt. „Die offenen Ateliers sind eine tolle Chance, mit interessierten Laien ins Gespräch zu kommen“, sagt Bellin. „Das eröffnet natürlich auch dem Künstler neue Horizonte.“ Allerdings, so Bellin, hätten es ruhig noch ein paar Besucher mehr sein dürfen.

Das empfand auch Rainer Trunk, der seine Galerie „im Bilde“ in der Wittenberger Turmstraße geöffnet hatte und gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Anna Radtke zu einer biografische Konzertlesung lud. „Es waren zehn Leute da. Aber das kann dir auch in Berlin passieren, dass du eine Woche lang im Atelier sitzt und es kommt kaum einer. Insgesamt finde ich die Idee der offenen Ateliers toll.“

 
 

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