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Der Prignitzer

20. September 2017 | 22:14 Uhr

Richtung Reetz besser mit Ehrenrunde

vom

svz.de von
erstellt am 11.Jul.2011 | 07:01 Uhr

Perleberg | Noch nicht einmal eine Woche rollt der Verkehr über den Kreisel, und schon gibt es zwei Unfälle. Ein Autofahrer aus Richtung Ludwigslust fuhr auf ein verkehrsbedingt haltendes Fahrzeug auf. "Das hätte auch bei jeder Ampel passieren können", fügt Robert Kazmierczak, zuständig für Verkehrsangelegenheiten bei der Stadt, an.

Der zweite Unfall ereignete sich an der Abfahrt in die Reetzer Straße. Eine Pkw-Fahrerin aus Richtung Putlitzer Straße bekam beim Abbiegen hier offensichtlich die Kurve nicht und beschädigte ein Verkehrszeichen, heißt es sinngemäß im Polizeibericht. Verwiesen wird in diesem Zusammenhang auf den zusätzlichen Hinweis, besser eine "Ehrenrunde zu drehen" und dann in die Reetzer Straße abzubiegen. Denn nichts anderes bedeutet die Beschilderung unmittelbar vor der Einfahrt von der Putlitzer aus in den Kreisel. Sie macht auf eine schwierige Verkehrssituation aufmerksam. "Es ist ein Kompromiss, den wir aufgrund der baulichen Gegebenheiten hier eingehen mussten", bestätigt Jürgen Nüsse, Sachbereichsleiter Straßenverkehr beim Landkreis. Die Kreuzung musste ausgebaut werden. Kreisel oder wieder Ampel - das war hier die sprichwörtliche Gretchenfrage. Stadt und Planungsbüro entschieden sich für den Kreisel, "wir als Verkehrsbehörde hatten dann darüber zu wachen, wo welche Verkehrsschilder stehen müssen", so Jürgen Nüsse.

"Die Straßen müssen getrennt auf den Knoten führen - diese Prämisse musste erfüllt werden", ist aus dem Bauamt der Stadt zu erfahren. Putlitzer und Reetzer Straße liegen aber so dicht neben einander, dass alles zu einer Frage des Platzes wurde. "Wir hatten auch schon an eine Art Bypass gedacht. Das hätte noch vor dem Kreisel ein Rechtsabbiegen möglich gemacht. Die Situation wäre aber noch komplizierter für den Verkehrsteilnehmer hinsichtlich der Vorfahrt", räumt der Sachbereichsleiter Straßenverkehr beim Landkreis ein.

Die Straßenverkehrsordnung hält für dererlei Gegebenheiten wie sie im Bereich Reetzer- und Putlitzer Straße bestehen, kein Verkehrszeichen vor. "Um dennoch auf die schwierige Verkehrsführung hier hinzuweisen, haben wir uns für besagtes Richtungszeichen entschieden", fügt Jürgen Nüsse an.

Unter dem Strich heißt das, Abbiegen ist durchaus erlaubt, vorausgesetzt man bekommt die Kurve ohne dass irgendjemand oder irgendwas Schaden nimmt. "Ein Rad- oder Kradfahrer kommt sicher relativ problemlos hier zurecht, für einen Pkw-Fahrer kann es schon schwierig werden, für Lkw ist die Biege im Guten nicht zu nehmen. Sie müssen eine Ehrenrunde drehen", betont Robert Kazmierczak.

Allerdings muss der Kraftfahrer die Beschilderung, die nicht gerade häufig im Straßenbild anzutreffen ist, zur Kenntnis nehmen, um ihre Bedeutung auch wissen, räumt Kazmierczak ein. Für die Stadt ein Grund mehr, auf den Hinweis zur Ehrenrunde noch den Zusatz "Richtung Reetz" zu installieren, betont der Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes. Außer Frage steht aber auch, selbst ein Kreisverkehr muss sich "einrollen", denn gerade bei Ortsansässigen regiere oftmals das Gewohnheitsprinzip. Und das war auf Ampelphasen geprägt und nicht auf diese Flut von Verkehrszeichen auf relativ geringem Platz, räumt Jürgen Nüsse ein. Der Alltag muss nun hier erst einmal einziehen. "Sollte sich vielleicht noch eine bessere verkehrliche Lösung ergeben, sind wir die Letzten, die sich dagegen sperren.

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