Richter helfen Menschen in Not mit 1,8 Millionen

svz.de von
29. Juni 2012, 09:46 Uhr

Potsdam | Mit 3,4 Millionen Euro haben Staatsanwälte und Richter in Brandenburg im vergangenen Jahr gemeinnützige Vereine und die Landeskasse unterstützt. Diese Geldauflagen wurden von den Juristen erlassen, um geringfügige rechtliche Verstöße zu ahnden. Damit sind beispielsweise Schwarzfahren und kleinere Diebstähle gemeint.

Über die Höhe und den Empfänger der Geldauflagen entscheiden die Richter und Staatsanwälte in eigenem Ermessen, erklärt Frank Schauka, Sprecher des Justizministeriums. Entsprechend einer bundesweiten Richtlinie sollen aber vor allem Organisationen der Opferhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe oder auch die Straffälligen- und Bewährungshilfe bedacht werden.

In Brandenburg floss 2011 der größere Teil der Geldauflagen allerdings an die Landeskasse. Knapp 1,8 Millionen waren es. Damit ist dieser Teil im Vergleich zu 2010 und 2009 etwas gestiegen. In diesen beiden Jahren war jeweils mehr Geld an die gemeinnützigen Vereine gezahlt worden. Im vergangenen Jahr konnte sich die Opferhilfe Brandenburg über rund 71 000 Euro freuen, die Stiftung für Familien in Not bekam rund 44 000 Euro und der Verein für Kinderunfallopfer im Straßenverkehr Deutschland rund 14 000 Euro.

Marlies Kuhl von der Stiftung Familien in Not erklärt, dass das gesamte Geld weitergereicht werde. Die Stiftung gehört dem Land und hilft Familien, die sich in einer schwierigen Lage befinden. "Im vergangenen Jahr hatten wir einen Fall aus Frankfurt(Oder)", erzählt Kuhl. Der 20-jährige Sohn war in Augsburg bei einem Vorstellungsgespräch. Unmittelbar danach brach er auf der Straße tot zusammen. Die Mutter war zu diesem Zeitpunkt schwer erkrankt. Nachdem ihr die Nachricht vom Tod überbracht wurde, starb auch sie. "Der Vater stand plötzlich mit den vier kleinen Kindern alleine da", sagt Kuhl. Die Stiftung übernahm einen Teil der Überführungs- und Bestattungskosten für den erwachsenen Sohn. Rund 2500 gemeinnützige Vereine sind nach Angaben des Justizministeriums in Brandenburg zurzeit beim Oberlandesgericht als potentielle Empfänger registriert. Wer auf dieser Liste steht, hat aber keinen Anspruch auf Zuweisungen.

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