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Perleberg / Schwerin : Rettung für Mutter und Kind

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Ganz behutsam beugt Luisa Kannenberg sich über ihren Sohn und zieht ihm vorsichtig die Decke weg. Ein Winzling kommt zum Vorschein. Der Kleine atmet ruhig - doch beim Atmen helfen ihm noch immer medizinische Geräte.

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erstellt am 03.Feb.2012 | 09:55 Uhr

Perleberg/Schwerin | Ganz behutsam beugt Luisa Kannenberg sich über ihren Sohn und zieht ihm vorsichtig die Decke weg. Ein Winzling kommt zum Vorschein. Er trägt eine Mütze, die für seinen kleinen Kopf noch ein bisschen zu groß ist. Sie ist grün gestreift und hat Ohren, die Froschaugen sein sollen. Der Kleine atmet ruhig - doch beim Atmen helfen noch immer medizinische Geräte. Ein kleiner Schlauch führt in seine Nase. Pepe Valentin heißt der Winzling und liegt in einem Bettchen auf der Neonatologie der Schweriner Helios Klinik - er ist ein Frühchen.

Am 20. Dezember erblickte Pepe Valentin um 1.33 Uhr das Licht der Welt. Es war ein Notkaiserschnitt. Denn Mama Luisa ging es nicht gut. "Ich hatte starke Schmerzen im Oberbauch und mir war schlecht. Meine Oma hat zwar gesagt, das sei normal, schließlich sei ich schwanger", erzählt die 18-Jährige. Doch dann hörte Luisa auf den Rat ihrer Mutter und fuhr zum Arzt. Der schickte sie ins Perleberger Krankenhaus. "Ich hatte schon im sechsten Monat mal Wehen, deshalb bin ich gleich ins Krankenhaus." Dort haben die Ärzte Luisa Kannenberg wieder an den Wehenschreiber angeschlossen, doch dieses Mal schien alles in Ordnung zu sein. Zunächst Entwarnung: keine Wehen. Doch der Perle bergerin ging es nicht besser. Die Ärzte nahmen Blut ab und untersuchten die 18-Jährige. Nach einer halben Stunde lagen die Untersuchungsergebnisse vor. Die 18-Jährige hatte eine Schwangerschaftsvergiftung und akutes Leberversagen, deshalb die Schmerzen im Oberbauch.

Jetzt musste alles ganz schnell gehen. Sanitäter, Ärzte und die Hebamme brachten Luisa Kannenberg nach Schwerin in die Helios Klinik. "Die Fahrt dorthin war schlimm. Mir ging es immer schlechter, ich konnte kaum atmen." Um 1.33 Uhr war Pepe Valentin nach einigen wenigen Stunden dann auf der Welt. Er wog 1475 Gramm und war 42 Zentimeter groß. Ein kleiner Winzling, dem es erst nicht gut ging. "Ich wollte meinen Sohn sehen, durfte ich aber zunächst nicht", erinnert sich Luisa. Erst als der Stationsarzt kam, durfte sie im Rollstuhl mit auf die Neonatologie. "Als ich ihn das erste Mal gesehen habe, war es ungewohnt und komisch, aber schön."

Knapp sieben Wochen mussten Mutter und Sohn durchhalten, denn Pepe Valentin wurde immer noch beatmet. Doch zugenommen hat der Kleine im Schweriner Krankenhaus ein bisschen. "Er wiegt jetzt 1938 Gramm und ist 43 Zentimeter groß", sagt Luisa und lächelt. "Und sein Kopfumfang liegt bei 30 Zentimeter." Luisa Kannenberg weiß, dass es auch in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren nicht leicht werden wird. Schließlich ist sie jetzt - mit gerade mal 18 Jahren - alleinerziehende Mutter. Daran denkt sie kaum. Noch vor einer Woche war es ihr sehnlichster Wunsch, aus dem Krankenhaus gemeinsam mit ihrem kleinen Sohn entlassen zu werden. Jetzt war es endlich soweit.

Seit gut einer Woche sind Luisa und Pepe Valentin zu Hause. "Es ist jetzt alles gut. Beatmet werden muss er auch nicht mehr", sagt Luisa Kannenberg. Dennoch ist sie vorsichtig und hat sich aus dem Krankenhaus lieber ein Beatmungsgerät mitgeben lassen. Doch Pepe Valentin atmet allein und hat im vergangenen Monat ordentlich zugelegt. "Er wiegt jetzt 2375 Gramm und ist 44 Zentimeter groß." Immer noch ein Winzling, aber Mamas ganz großer Schatz.

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