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Straßen in der Prignitz : Reparaturen vor dem Frost

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Risse im Asphalt zwingen Landesbetrieb Straßenwesen zum Handeln.

von
erstellt am 29.Okt.2014 | 21:00 Uhr

Tempo 50 und umherfliegender Splitt sind auf der B 189 inzwischen wieder Geschichte. Was bleibt, ist ein Flickenteppich aus repariertem Asphalt, der sich alles andere als angenehm fahren lässt. Ein Leser unserer Zeitung fragte in der Redaktion nach, wie es sein könne, dass die B 189 in der Prignitz reines Flickwerk sei, wohingegen Abschnitte in der Altmark und weiter Richtung Magdeburg, eine überwiegend sehr gute Fahrbahndecke aufweisen. „Warum kann die Straße nicht auch bei uns eine neue Oberdecke bekommen? Wird hier aufgrund der geplanten A 14 diese Straße kaputt gespart?“

Der Landesbetrieb Straßenwesen informiert auf Nachfrage, dass der Straßenbelag der B 189 insbesondere im Abschnitt Eisenbahnbrücke Wittenberge bis Ortsumgehung Perleberg inzwischen bis zu 13 Jahre alt sei. „Seit 2011 wurden in der Oberfläche der Deckschicht verstärkt feine Netzrisse festgestellt, die aus einer Veränderung der Beschaffenheit des im Asphalt vorhandenen Bitumens resultieren“, sagt Ingo Matthaes vom Landesbetrieb. „In diese Risse kann Wasser eindringen, was im Winter bei häufigen Frost- und Tauwechseln zu großflächigen Frostaufbrüchen führen kann.“

Seit 2012 seien zur Substanzerhaltung der Deckschicht die betroffenen Bereiche mit Bitumenemulsion und Edelsplitt versiegelt worden, erklärt der Fachmann. „Dadurch kann eine grundhafte Erneuerung der Deckschicht, die weitaus höhere Kosten verursacht, um einige Jahre hinausgezögert werden. Die Arbeiten wurden auch 2013 und 2014 fortgesetzt und ebenfalls auf der L11 zwischen Klein Lüben und der Bahnüberführung nahe Kuhblank durchgeführt.“

Da ansonsten an der Deckschicht andere Mängel nicht vorhanden sind, sei diese Form der Unterhaltung unter Berücksichtigung des Kostenfaktors genau richtig. „Es käme aufgrund des Alters der Deckschicht zwar auch eine Oberflächenbehandlung über die gesamte Fahrbahnfläche in Betracht, wodurch ein ,Flickenteppich‘ verhindert werden kann“, sagt Matthaes. Dies führe jedoch zu unnötig höheren Kosten, da dann auch die Fahrbahnmarkierung erneuert werden müsse. „Zudem hätte die Komplettsanierung letztlich nur optische Wirkung.“

Zur Frage, ob der Zustand der erwarteten Entlastung durch die in Bau befindliche A 14 geschuldet sei, äußerte sich der Landesbetrieb nicht.

Auch auf den insgesamt 317 Kilometern Kreisstraßen sind 2014 Flicken dazu gekommen. Kleinere Schäden hat die Kreisstraßenmeisterei von Hand ausgebessert, bei größeren Flächen kam ein sogenannter Reparaturzug zum Einsatz, der auf der ganzen Fahrbahnbreite Bitumenemulsion aufspritzt und komplett mit Split abdeckt. Für derartige Maßnahmen gibt der Landkreis jährlich rund 125 000 Euro aus, informiert die Verwaltung.


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