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Wittenberge : Rentner berichtet von Betrugsmasche

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Postkarten sprechen von möglichem Gewinn. Dahinter steckt jedoch Betrug

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 12:00 Uhr

120 000 Euro gewinnen und als Zehn-Jahres-Rente ausgezahlt bekommen. So steht es auf einer fliederfarbenen Postkarte, die unser Leser Rainer Steller aus seinem Briefkasten holte. „Ich war erst neugierig und wollte dort anrufen, das klang nämlich schon sehr ansprechend, aber dann war ich doch etwas misstrauisch und suchte im Internet.“ Dort fand der Rentner aus Wittenberge mehrere Hinweise, dass es sich bei dem Schreiben um eine Betrugsmasche handele, erzählt er.

Der Hamburger Firma HCC GmbH, die auf dem Papier als Ansprechpartner steht, gehe es nämlich nicht darum einen Renten-Gewinn auszuzahlen, sie wolle Losanteile verkaufen, erklärt Silvia Schönke von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Gewinnchance und Verkauf werden durch dieses Handeln vermischt. Dem Verbraucher fiele es dann womöglich nicht mehr so leicht, den eigentlichen Hintergrund zu erkennen. Der Anbieter ließe sich vom Verbraucher zurückrufen und vermeide so ein eigenes, wettbewerbsrechtlich unzulässiges Telefonat für den Losverkauf, so Schönke. Eine genaue Zielgruppe für diese Betrugsmasche lasse sich nicht nennen. Jedoch seien Verbraucher, die irgendwann mal Lotto gespielt oder an Gewinnspielen teilgenommen haben und ihre Adresse bekannt gaben, häufiger betroffen. „Über das Kleingedruckte von Gewinnspielen erlauben die Verbraucher die Weitergabe ihrer Daten und tappen so in die Werbefalle“, erklärt Schönke.

Die Anschrift auf dem Zettel sieht auf den ersten Blick aus wie per Hand verfasst, ist jedoch maschinell bedruckt. „Das sieht schon vertrauenserweckend aus“, so Rainer Steller. Der 72-Jährige möchte mit dem Gang an die Presse vor allem Rentner warnen, die kein Internet nutzen. Diese könnten bei der Postkarte den Unterschied zwischen Maschine und Handgeschrieben nicht so einfach erkennen und deshalb anrufen.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Zettel wegzuwerfen und nicht anzurufen. „Keiner hat etwas zu verschenken“, appelliert Silvia Schönke. Immer öfter tritt diese Betrugsmasche auf. Im vergangenen Jahr wurden die Zettel in mehreren Potsdamer Briefkästen gefunden. Im April dieses Jahres ebenfalls in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

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