Rennwagen aus der Rolandstadt

Schnell, schneller, am schnellsten: Der Rennsimulator des Unternehmens Bestsim gibt einem das Gefühl, wirklich ein Rennen zu fahren. Lisa Kleinpeter
Schnell, schneller, am schnellsten: Der Rennsimulator des Unternehmens Bestsim gibt einem das Gefühl, wirklich ein Rennen zu fahren. Lisa Kleinpeter

von
23. Mai 2013, 07:27 Uhr

Perleberg | Welcher Mann hat als kleiner Junge nicht davon geträumt, einmal gegen Formel-1-Größen wie Schumacher oder Vettel in den Rennwagen zu steigen? Mit Tempo 300 über die Piste zu heizen und dabei den Rausch der Geschwindigkeit zu genießen. In Perleberg werden diese Träume wahr. Das Unternehmen Bestsim baut dort seit zehn Jahren Rennsimulatoren.

"Das ist ein Trick im Gehirn. Man hat das Gefühl, wirklich zu fahren. Dabei bewegt man sich in Wirklichkeit nicht von der Stelle", erklärt Bestsim-Mitarbeiter Christian Richter das Prinzip an dem Full Motion F1 Simulator. Der rote Flitzer sieht aus wie ein realer Formel-1-Rennwagen. Die Lackierung stimmt. Die Räder sind echt. Jedoch berühren diese nicht den Boden. Das ganze Fahrzeug schwebt auf einer Art Plattform mit sechs metallischen Beinen, einem sogenannten Hexa-Pult. Durch dieses Gerät werden beim Fahren die Neigungs- und Beschleunigungskräfte simuliert. Dreht man das Lenkrad nach links, neigt sich auch der Rennwagen in diese Richtung. Bremst man, so senkt sich die Plattform nach Vorne. Dadurch hat man das Gefühl wirklich zu fahren. "Zusätzlich werden über das Lenkrad Fliehkräfte simuliert", ergänzt Richter.

Auf einer Art Kino-Leinwand an der Frontseite des Wagens kann der Fahrer zwischen verschiedenen Touren auswählen. "Das sind alles echte Formel-1-Strecken, wie Monza, Montréal, Sepang oder Monaco. Man kann sogar einen Boxenstopp einstellen", so Richter. Alles wie bei einem echten Rennen. Nur verletzen könne man sich bei einem Unfall natürlich nicht. "Die F1-Geräte sind hauptsächlich zum Spaß", erklärt Geschäftsführer Andreas Seefried. Einsteigen dürfte daher jeder ab 14 Jahren und einer Größe ab 1,40 Meter. Bis zu vier Monate braucht das Unternehmen um einen Simulator dieser Größe fertig zu stellen. 180 000 Euro kostet ein derartiges Gerät. Neben den zwei Kreuzfahrtschiffen MSC Splendida und MSC Fantasia, auf denen Simulatoren stehen, kaufte sogar Ferrari dem Perleberger Unternehmen bereits drei Geräte für seine eigenen Merchandise-Shops in Europa ab. Außerdem könne das Modell auch für Messen und Events gemietet werden.

Doch Bestsim baut nicht nur Rennwagen-Simulatoren, sondern kopiert so ziemlich alles, was Räder hat und sich vorwärts bewegt. So hat das Unternehmen neben F1-Boliden auch Motorradsimulatoren und sogar Gabelstapler auf der Produktionsliste. "Wir können auch Alkoholfahrten zur Prävention simulieren oder einfache Übungsfahrten für Fahranfänger", so Richter.

Inzwischen gehört Bestsim in Europa zu den ganz Großen. Konkurenz gibt es nur in den Niederlanden. Dabei hat alles mal ganz klein in Seefrieds Wohnzimmer angefangen. Der begeisterte Rennsportfan fing an, Chassis, also Fahrgestelle, zu bauen, um seinen eigenen Fahrspaß beim Computerrennspiel zu erhöhen, verrät Christian Richter. Nach und nach wären immer mehr Anfragen, nach solchen Hüllen aus dem Bekanntenkreis gekommen. "Mit der Zeit wurde das alles immer professioneller. Inzwischen sind wir im europäischen Bereich mit führend", sagt Richter.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen