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Der Prignitzer

24. November 2017 | 16:15 Uhr

Rekordzahl bei Singschwänen

vom

svz.de von
erstellt am 28.Feb.2013 | 09:47 Uhr

Rühstädt | Das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg kann einen Rekord vermelden: Ende Januar hielten sich in der Prignitzer Elbtalaue rund 4000 Singschwäne auf, noch einmal 500 mehr als im vergangenen Jahr.

Seit Beginn der systematischen Erfassung der Zugvogelbewegungen Ende der 90er Jahre, so Jan Schormann vom Biosphärenreservat in Rühstädt, sind dies die höchsten Singschwanzahlen. Insgesamt verbringen 10 000 bis 15 000 Singschwäne im 400 Elbkilometer umfassenden und mit 3428 Quadratkilometer größten binnenländischen Biosphärenreservat Deutschlands die kalte Jahreszeit, bevor sie im Frühling zu ihren Brutplätzen ins Baltikum und nach Nordrussland zurückkehren. Damit ist das länderübergreifende Unesco-Biosphärenreservat Hauptüberwinterungsgebiet der nach der Europäischen Vogelschutzrichtlinie geschützten Art, macht Schormann deutlich.

Zum Vergleich: Im Nationalpark Unteres Odertal, wo Mitte Februar die siebente Auflage der Singschwantage begann, rasten derzeit 1500 Tiere.

"Die Wintergäste stoßen hier, von Nordosten kommend, auf die erste große, weitgehend naturnahe Flusslandschaft in der gemäßigten Klimazone, die im Winter nicht komplett vereist ist. Singschwäne, die besonders gut an ihrem charakteristischen schwarz-gelben Schnabel zu erkennen sind, finden nicht nur ausreichend Nahrung, sondern auf offenen Wasserflächen auch Schutz vor räuberischen Säugetieren", erläutert der Experte.

Ein ganz besonders interessantes Naturschauspiel an der Elbe ist momentan die zeitgleiche Anwesenheit von Wintergästen und Frühlingsboten. Denn aktuell finden sich die ersten Kraniche ein, die aus Spanien und Frankreich kommend weiter in Richtung Norden ziehen. Stare und Rotmilane, die im Mittelmeerraum überwintert haben, sind ebenfalls bereits wieder zurück. Dazu gesellen sich über 10 000 Saat-, Bless- und Graugänse, mehr als 1000 Weißwangengänse und eine Rot halsgans. Diese müsste eigentlich mit ihren Artgenossen am Schwarzen Meer überwintern. Doch hat sie wahrscheinlich während des Herbstzuges von den nordsibirischen Brutgebieten nach Süden den Anschluss verloren und sich Blessgansschwärmen Richtung Elbe angeschlossen.

Die gleichzeitige Anwesenheit von Wintergästen und Frühlingsboten sei, so Jan Schormann, den unterschiedlichen Reaktionen der Zugvögel auf Wetterveränderungen geschuldet. "Milde Winter in der Vergangenheit haben das Verhalten der Kurzstreckenzieher verändert, die in Süd- und Westeuropa überwintern. Entweder brechen einzelne Arten je nach Wetterlage gar nicht erst nach Süd- und Westeuropa auf oder sie ziehen weniger weit beziehungsweise kehren besonders zeitig wieder zurück zu ihren Brutgebieten."

Da dieses Verhalten, ist es erstmal erlernt, beibehalten werde, kommen die Vögel trotz der aktuellen kalten Wetterlage in die Elbtalaue und erfüllen nun die Lüfte mit ihrem Trompeten, Schnattern und Gezwitscher.

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