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Der Prignitzer

17. Dezember 2017 | 15:07 Uhr

Reitgericht verhängt Geldstrafen

vom

svz.de von
erstellt am 24.Okt.2012 | 09:47 Uhr

Uenze | Reitjagd in Uenze: Für Freunde des Pferdesports ein fester Termin im Jahreskalender. Der Reit- und Fahrverein Uenze lud am vergangenen Samstag bereits zur 31. Reitjagd ein. Zwölf Kremser, fünf Traktoren mit bunt geschmückten Anhängern und 17 Reiter machten sich auf den 16 Kilometer langen und mit 50 Naturhindernissen gespickten Weg.

"Die Reitjagd ist der jährliche Dank des Vereins an die Sponsoren und Helfer, die unser Reitturnier unterstützen", sagt Vereinsvorsitzender Dr. Friedhelm Finschow. Er führt seit Jahren das Feld der Reiter als Master an, der auf einer Reitjagd nicht überholt werden darf. Und es gibt noch weitere Regeln. Wer diese nicht einhält, muss am Ende vor ein Jagdgericht, bei dem es meist sehr lustig zugeht.

Neu war in diesem Jahr die Besetzung des Gerichts. Erstmals achteten Andrea Beetz und Katrin Thormann von der Trainingsgruppe Weisen des gastgebenden Vereins darauf, dass Regeln eingehalten werden, manchmal ließen sie sich spontan neue einfallen.

Andrea Beetz, viele Jahre selbst im Sattel bei der Jagd, achtete nicht nur darauf, dass ihre Schützlinge alles richtig machen, wie Maike Thormann (10) mit Kassandra und Vivien Rogge (12) mit dem 17-jährigen Haflinger Friedessa. Beide sind zwar immer noch die jüngsten Teilnehmerinnen am Jagdfeld, sind aber auch schon seit Jahren aktiv dabei.

Zum ersten Mal bei einer Reitjagd dabei war eine Reitschülerin von Andrea Beetz: Die 13-jährige Anna-Luisa Kuhs wurde zur "Jagdreiterin geschlagen" - persönlich vom Master Dr. Friedhelm Finschow mit der Gerte auf die Schulter - vergleichbar dem Ritterschlag. Und die Beetzer Erfolgsstory wurde abgerundet durch den Sieg von Vivien Rogge beim Abschlussgalopp der Ponyreiter.

Bei den Großpferden siegte Karsten Hartwig (RFV Wittstock). "Ich bin zum ersten Mal hier, aber ich komme wieder. Auf dem Turnier in Uenze reitet meine Tochter - ich reite aus Hobby auf der Jagd", freute sich der Sieger.

Viel Freude bereitete den Teilnehmern erwartungsgemäß das Jagdgericht, auch wenn sie zur Kasse gebeten wurden. Richterin Beetz klagte an: zu schnelles Reiten, lautes Geschrei auf dem Pferd, oder, wie bei Hans-Jürgen Fromm aus Groß Lüben, ein zu kleines Pferd. Da half auch der Widerspruch nichts: "Wieso, der Haflinger ist doch groß genug für mich", so Fromm.

Auch Gäste wurden belangt, wie Frank Steinike aus Berlin. Er war mit seiner schottischen Freundin und deren Eltern aus Liverpool gekommen und zeigte sich von den Pferden und dem Zusammenhalt der Leute beeindruckt.Zugleich sammelte er während der Fahrt Pilze - bekam dann zwar von Richterin Beetz selbst welche geschenkt, musste aber Strafe zahlen, denn erlaubt war es nicht.

Und sogar der Master musste vor den Kadi: "Kein komplettes Equipment für die Jagd - kein Messer in der Tasche, kein Anbindestrick, kein Leckerli." Dass seine Frau all das auf dem Kremser dabei hätte, interessierte nicht. "Ich dulde keinen Widerspruch, schon gar nicht von einem Mann" - damit hatte Andrea Beetz die Lacher auf ihrer Seite. Mit den Strafgeldern füllte sich die Gerichtskasse des Vereins.

Beendet wurde die Reitjagd dann in der Gaststätte Utspann mit Kuchen der Uenzer Frauen. Bereits am Sonntag hatte Dr. Friedhelm Finschow mit seinen fleißigen Helfern die Naturhindernisse abgebaut und die Stangen für das kommende Jahr eingelagert. Mit dieser Veranstaltung beendeten die Uenzer die grüne Saison.

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