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Busverkehr in der Prignitz : Reisedienst speckt ab, fährt aber weiter

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Frank Rüdiger-Gottschalk richtet sein Unternehmen ohne Nahverkehr neu aus

von
erstellt am 03.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Er fährt weiter. Der Reisedienst Westprignitz aus Weisen gibt nach der verlorenen Ausschreibung um den Öffentlichen Personennahverkehr nicht auf, sondern strukturiert sich neu. „Aber es wird gravierende Veränderungen geben“, sagt Geschäftsführer Frank Rüdiger-Gottschalk, der sich erstmals exklusiv gegenüber unserer Zeitung öffentlich zu dem Sachverhalt äußert.

Der Nahverkehr samt Schülerbeförderung war das wichtigste Standbein des Unternehmens. Dieses bricht mit dem 1. August weg. „Wir haben 40 Linienbusse im Einsatz, die wir alle verkaufen werden“, sagt Rüdiger-Gottschalk. Damit würden auch Arbeitsplätze wegfallen.

Aktuell sind in Weisen rund 60 Mitarbeiter beschäftigt. „Es werden deutlich weniger werden“, kündigt der Geschäftsführer an. Wie viele am Ende wirklich gehen müssen, sei aber noch nicht ganz entschieden.

Nachdem im Februar die Entscheidung zur Vergabe durch den Landkreis getroffen war, gewonnen hat die überregionale Bietergemeinschaft „Prignitzbus“, habe er auch ans Aufgeben gedacht, so Frank Rüdiger-Gottschalk. „Das Ende des Unternehmens war tatsächlich eine reale Option.“ Dass es anders kam, habe ganz viel mit seinen Mitarbeitern zu tun. „Sie kamen zu mir, machten mir nicht nur Mut, sondern sagten auch, wenn ich weiter mache, bleiben sie bei mir.“ Dieser Vertrauensbeweis habe ihn bewegt und motiviert.

„Mit unserem Reiseverkehr machen wir weiter und ich behalte einen bewährten Mitarbeiterstamm“, sagt Rüdiger-Gottschalk. Zwölf Busse hat er zur Verfügung. Ein Schwerpunkt sollen Klassenfahrten bleiben. Gegenwärtig besuche er Schulleiter und informiere sie über seine Pläne. Die Unruhe und Unsicherheit über die Zukunft des Unternehmens hätte ja auch Stammkunden berührt, die Reisen planen. Neben den Schulen seien das unter anderem die Städte Perleberg und Wittenberge, der Kulturverein Perleberg oder das Reisebüro Westprignitzer Verkehrsservice.

Das Unternehmen bleibe an seinem Sitz in Weisen, das technische Personal werde weiter beschäftigt „und wir werden unser Sponsoring in der Region fortsetzen“, kündigt Frank Rüdiger-Gottschalk an. Es gebe auch erste Ideen für neue Unternehmensziele. Konkrete Pläne betreffen den touristischen Bereich. „Sie sind noch nicht ganz spruchreif, aber ich bin optimistisch.“

Die Gemeinde Weisen wird die Veränderungen im Unternehmen finanziell zu spüren bekommen. „Bisher haben wir Gewerbesteuer gezahlt. Das wird aus jetziger Sicht künftig nicht mehr oder nur noch in deutlich geringerem Umfang der Fall sein“, sagt Rüdiger-Gottschalk voraus. Damit verliert die Gemeinde noch mehr Einnahmen , denn auch das Unternehmen Fenster AS steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, ein Insolvenzverfahren läuft.

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