Regionale Produkte der Prignitz : Regionale Produkte vermarkten

Hannes-Florian Thal präsentierte den Prignitzer Kartoffelsalat.
Eines der regionalen Produkte: Der Prignitzer Kartoffelsalat. Hannes-Florian Thal präsentiert diesen.

Der Verein Regionalförderung Prignitzland lässt mit Unterstützung eines Lübecker Unternehmens Konzept erstellen.

23-11368464_23-66107970_1416392388.JPG von
10. September 2019, 20:00 Uhr

Knieperkohl, Prignitzer Kartoffelsalat, Gans, Gin – typische Produkte aus der Prignitz. Wie viele gibt es davon? Was fällt überhaupt unter regionale Produkte? Sollte man die Palette nur auf die Ernährungswirtschaft beschränken? Und wie vermarktet man die Produkte aus der Region?

Viele Fragen, die der Verein Regionalförderung Prignitzland e.V., Trägerverein der Lokalen Aktionsgruppe LAG Storchenland Prignitz, nun mit Unterstützung der cima Beratung + Management GmbH aus Lübeck beantworten möchte. Dazu soll ein Konzept für die Vermarktung der regionalen Produkte in der Prignitz entwickelt werden. Am Montagabend stellten Projektleiterin Regina Schroeder und Ailen Haack von der cima Vertretern aus Landwirtschaft, Tourismus und Wirtschaft die ersten Ergebnisse vor. Vier Expertenrunden aus Landwirtschaft, Wirtschaft, Tourismus und Kultur sowie Verbänden und Kommunen hatten sich in ersten Gesprächen mit dem Thema befasst. „Wir beschränken uns hauptsächlich auf Erzeugnisse aus der Ernährungswirtschaft und dem Kunsthandwerk“, erläutert Regina Schroeder. Weiterreichende Produkte aus der Wirtschaft, die hier hergestellt werden, könne man auch woanders kaufen, seien nicht typisch für die Prignitz.

Doch da konnten einige Teilnehmer nicht mitgehen, brachten den Einwand hervor, dass man zum Beispiel auch mit einem Zahnrad aus Pritzwalk oder Schreibgeräten von Clio aus Bad Wilsnack für die Region werben könne. Man entwickele ein Konzept, dass sehr produktlastig sei. Alles Anregungen, die in den nächsten Monaten weiter diskutiert werden sollen.

Zustimmung fand allerdings der Aspekt, dass für ein Prignitzer Produkt die Hauptkomponenten, wo es möglich ist, ebenfalls aus der Region kommen sollten. Als Beispiel: Der Prignitzer Kartoffelsalat sollte nur mit Kartoffeln aus der Region hergestellt werden. Doch was macht ein Prignitzer Produkt aus der Ernährungswirtschaft noch aus? Dazu gehöre auch die Transparenz. Zum Beispiel, wo es möglich ist, eine gläserne Produktion anzubieten, die Geschichten der Hersteller dahinter, und die Bereitschaft, sich für die Gemeinschaft zu engagieren.

Muss ein Prignitzer Produkt eigentlich ökologisch zertifiziert sein? Daran scheiden sich die Geister. Hauptargument dagegen: Regional heißt nicht gleich ökologisch. Auch die konventionelle Herstellung gehöre dazu. Wer auf ökologische Herstellung setze, könne das Zertifikat ja „on top setzen“. Letztendlich entscheide der Verbraucher, was er kauft.

Wichtige Punkte, die zielführend für die Regionalvermarktung sind, seien die Vermarktung beim Endverbraucher, die Identifikation mit den Produkten zu fördern, regionale Waren- und Wirtschaftskreisläufe zu untersuchen, die Vermarktung der Produkte bei der regionalen Gastronomie (Kooperation, Lieferbeziehung, Logistik), die Erschließung und Stärkung neuer Absatzmärkte außerhalb der Region. Es müssen Strukturen geschaffen werden, die Angebote zu koordinieren. Ob eine Dachmarke ins Leben gerufen werden soll, so weit ist man noch nicht. Die cima-Vertreter zeigten als Anregung einige bundesweite Labels.

Regina Schroeder machte auch auf Hemmnisse auf dem Weg zum Ziel aufmerksam. Dazu zählten begrenzte Kapazitäten der Produktion, schwierige Fachkräfte- und Personallage, Verfügbarkeit der Produkte bedingt durch Saisonalität.

Lösungswege müssen in den nächsten Monaten gefunden werden. Es liegt noch eine Menge Arbeit vor den Akteuren, das Konzept zu erstellen. Weitere Arbeitsgruppen und Workshops mit den Akteuren sollen dabei helfen. „Wir müssen im Konzept erst die Aufgaben klären und dann uns um die Organisation und Finanzierung kümmern“, sagt Regina Schroeder. Im Februar 2020 soll es ein Abschlussforum geben, wo das Handlungskonzept zur Regionalvermarktung vorgestellt werden soll.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen