Storchenfest in Rühstädt : Reges Treiben auf zwei Etagen

Jürgen Herper fabrizierte mit jungen Storchenfestbesuchern eine Nistunterlage für einen künftigen Storchenhorst.  Fotos: Birgit Hamann
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Jürgen Herper fabrizierte mit jungen Storchenfestbesuchern eine Nistunterlage für einen künftigen Storchenhorst. Fotos: Birgit Hamann

Für Gäste aus Nah und Fern war im Europäischen Storchendorf wieder viel Wissenswertes und Unterhaltsames vorbereitet / Fest wird 2016 größer aufgezogen

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26. Juli 2015, 22:00 Uhr

Seit 29 Jahren bietet sich Ende Juli in Rühstädt das gleiche Bild: Zahlreiche Menschen bevölkern das „Erdgeschoss“ des Europäischen Storchendorfes, während in der ersten Etage die Weißstorch-Familien interessiert auf das bunte Treiben zu ihren Füßen schauen. Das Storchenfest lockte am Sonnabend viele Interessierte an, mehr als in manch anderen Jahren, wie Einheimische feststellten. Auch hoher Besuch war dabei: Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger kam mit seiner Gattin. So etwas, wie ein entspannter Arbeitsbesuch war es Sonnabend für ihn. Rund um Rühstädt war eine kleine Deichschau organisiert, es wurde über dieses und jenes gesprochen. Die noch offenen Vorhaben, speziell im Hochwasserschutz, wolle er während seiner Amtszeit vorantreiben und sich vor allem auch um den notwendigen Planungsvorlauf kümmern, so Vogelsänger. Viel Lob fand er für die Lebensqualität in der Prignitz, für Rühstädt als besondere Attraktion, für die Etablierung des Gebietes als Radreiseregion. „Für uns sind solche Besuche auch deshalb wichtig, weil wir hier nicht vergessen werden wollen“, sagte Jürgen Herper, Gemeindevertreter in Rühstädt, Mitarbeiter der Naturwacht und zuvor viele Jahre ehrenamtlicher Bürgermeister.

Er selbst, Mitstreiter aus der Naturwacht und der Biosphäre, Aktive des Storchenclubs, der Feuerwehr, der Gemeinde, der Kirche hatten zur 29. Auflage des Volksfestes wieder so einiges auf die Beine gestellt. Die Gäste kamen aus der Region, aber durchaus auch von weiter her, wie Familie Erpelding aus Berlin. Edward Erpelding, Deutscher mit ghanaischer Herkunft, arbeitet in der Hauptstadt als Modedesigner, wollte einfach mal ’raus. „Wir sind das erste Mal hier. Es ist schön, die Leute sind nett, die Kinder fühlen sich wohl“, sagt er. Marlen Lorenz aus Leipzig machte mit ihren Kindern einen Abstecher von Neustadt/Dosse, wo sie zu einer Familienfeier weilte, nach Rühstädt. Als Hebamme ziehe es sie einfach immer mal wieder zu den Störchen, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Derweil blicken die Verantwortlichen schon in Richtung 2016: „30. Storchenfest, 90 Jahre Freiwillige Feuerwehr Rühstädt und 20 Jahre Europäisches Storchendorf – das wird auf jeden Fall größer aufgezogen“, so Gerald Neu als Bälower. Vielleicht haben das die Adebare ja gehört und steuern eventuell mal wieder auf ein Rekordjahr zu. 2015 zogen 21 Brutpaare 51 Junge auf – nicht schlecht, aber auch nicht spitze, wie Falk Schulz, ehrenamtlicher Weißstorchbetreuer des Nabu in der Prignitz, konstatiert.
 

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