Gemeinde Plattenburg : Regel missachtet, aber Geld gibt es

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Rambow verschläft sein Dorffest und trotzdem bewilligen die Gemeindevertreter einen Zuschuss in voller Höhe. Die Tierauffangstation bekommt nur einen Teilbetrag.

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13. November 2014, 22:00 Uhr

Geht es ums Geld, werden die Begehrlichkeiten groß. Die Gemeinde Plattenburg hat daher für die Verteilung von Geldern für Jubiläen und Ähnlichem Regeln aufgestellt, die Gerechtigkeit bringen sollen.

Die Regeln sind einfach und lauten so: Orte werden bei Jahrfeiern unterstützt. Aber nur alle fünf Jahre mit maximal 500 Euro. Aus dem Fond, der dafür in diesem Jahr zur Verfügung stand, erhielten zum Beispiel Netzow und Storbeckshof für ihre Feierlichkeiten Zuschüsse. 2300 Euro waren zum Jahresende noch im Topf. Der Ausschuss für Soziales und Kultur verteilte das Geld jüngst.

Kurios mutet der Antrag des Ortes Rambow an, einem Ortsteil von Viesecke. Hier leben etwa 80 Einwohner. Das Jubiläum zur 650-Jahrfeier habe man verschlafen. Der Termin war nicht gestern, auch nicht im letzten oder im vorletzten Jahr. Er liege sechs Jahre zurück. Dennoch wolle Rambow einen Zuschuss für ein Dorffest in Höhe von 500 Euro haben, vor dem Hintergrund, dass sich Alt-Rambower und Zugezogene besser kennen lernen.

In der Diskussion machte der Ausschussvorsitzende, Dr. Rainer Schneewolf mehrfach deutlich, dass er befangen sei, weil er in Rambow wohne. Allerdings beteiligte er sich rege an der Diskussion.

Zunächst verständigten sich die Vertreter darauf, Rambow 250 Euro zu bewilligen. Doch ein richtig gutes Gefühl dabei hatten sie offenbar nicht. Verständlich, denn es gab auch in der Vergangenheit Orte, die ihre Jubiläen „verschlafen“ hatten, aber im Nachhinein keinen Zuschuss erhielten. So fand dieser Vorschlag nur bei einem Ausschussmitglied Zustimmung. Damit war er abgelehnt.


Im zweiten Anlauf gab es Zustimmung


Mit diesem Ergebnis sichtlich unzufrieden, eröffnete der Ausschussvorsitzende Schneewolf die Diskussion erneut, kündigte aber wiederholt an, befangen zu sein. Wieder warb er mit dem Argument, dass man noch gar keine Unterstützung für ein Jubiläum bekommen habe und es um die bessere Verständigung der Einwohner gehe.

Seine Einflussnahme reichte aus. Es wurde neu abgestimmt und jetzt gar über die volle Summe von 500 Euro. Dem stimmten die Ausschussmitglieder zu.

Die Tierauffangstation in Kletzke beantragte, die Kosten für die Sachkundeprüfung in Höhe von 432 Euro zu übernehmen, um einen Nachfolger für Lutz Thiele auszubilden. Er leitet den Verein seit seiner Gründung ehrenamtlich mit großem Engagement.

Da die Ausbildung vorgeschrieben sei, diese aber in Potsdam stattfinde, würde der Verein der Tierauffangstation die Fahrtkosten tragen, sehe sich aber nicht in der Lage, die Lehrgangsgebühren zu schultern, da sich der Verein fast ausschließlich aus Spenden finanziere.

Detlef Brenning erklärte, dass es eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen Kommune und Verein gebe und sich die Station zuverlässig um Fundtiere in der Gemeinde kümmere. Am Ende verständigte man sich darauf, hier anteilig 300 Euro der Kosten zu übernehmen.

Einstimmig beschlossen die Ausschussmitglieder, den SV Garz-Hoppenrade, der etwa 110 Mitglieder hat, für sein 85. Gründungsjubiläum in diesem Jahr mit 250 Euro zu unterstützen. Die gleiche Summe geht an den Reit- und Fahrverein Uenze mit seinen mehr als 80 Mitgliedern für dessen Jubiläumsfeier.



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