Bahn-Verkehr : RE 2 soll pünktlicher werden

Im Fokus:  die von der Odeg betriebene Linie des RE 2. Die Kritiken über Unpünktlichkeit häuften sich. Analysen sollen die Ursachen aufdecken.
Im Fokus: die von der Odeg betriebene Linie des RE 2. Die Kritiken über Unpünktlichkeit häuften sich. Analysen sollen die Ursachen aufdecken.

Ministerium reagiert auf die zunehmende Kritik an Verzögerungen auf Regionalexpresslinie. Jetzt ist ein Fahrplanwechsel geplant.

svz.de von
14. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Am morgigen Sonntag tritt ein neuer Fahrplan in Kraft. Für Berlin und Brandenburg bedeute das in diesem Jahr – je nach Region – mehr oder weniger umfangreiche Änderungen im Bahn- und Busverkehr, teilt der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) mit. Mit dem neuen Fahrplan, so Sprecherin Elke Krokowski, gebe es einige Änderungen im Liniennetz des Regionalverkehrs und bei den Abfahrtszeiten. So wird die Regionalexpresslinie RE 6 (Prignitz-Express) in den Hauptverkehrszeiten bis zum Bahnhof Berlin/Gesundbrunnen verlängert, mit der neuen Linie RB 19 wird eine Direktanbindung zum Flughafen Schönefeld eingerichtet.

Probleme gab es zuletzt immer wieder mit der Pünktlichkeit auf der Linie des RE 2. Der Regionalexpress verbindet Wittenberge, Berlin und Cottbus, die Linie wird von der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (Odeg) betrieben. Im September hatte die Odeg den VBB aufgefordert, den Fahrplan des RE 2 zu korrigieren, weil die Vorgaben nicht einzuhalten seien. Wie Odeg-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann seinerzeit im Verkehrsausschuss des Brandenburger Landtages deutlich machte, sei der Fahrplan zu eng kalkuliert. Beispielsweise gebe es zu wenig Zeit fürs Ein- und Aussteigen und für das Überholen durch Fernzüge. Der VBB wies den Vorwurf jedoch zurück und vertrat den Standpunkt, dass allein die Odeg die Mängel zu vertreten habe. Änderungen seien nicht geplant.

Vor dem Hintergrund des morgigen Fahrplanwechsels kündigt nun Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger an, dass eine Arbeitsgruppe Ursachen der Verspätungen beim RE 2 aufspüren und beseitigen soll. „Der RE 2 ist pünktlicher geworden, die Odeg hat viele Probleme abgestellt. Aber ich bin noch nicht zufrieden. Die verbliebenen Ursachen müssen nun mit DB Netz intensiv ausgewertet werden. Die Reihenfolge der Züge auf der Berliner Stadtbahn muss so erfolgen, dass stark ausgelastete Regionalzüge mit Laufweg nach Cottbus, Wittenberge oder Wismar nicht über Gebühr durch Fernzüge behindert werden“, verdeutlicht Vogelsänger in einer Pressemitteilung.

Nachdem die Regionalexpress-Linie auch schon früher durch relativ hohe Unpünktlichkeit aufgefallen war, hatten die Qualitätsprobleme auf dieser Linie seit der Übernahme durch die Odeg vor einem Jahr zunächst zugenommen. Die Pünktlichkeit war deutlich schlechter als die anderer Linien, auch weitaus schlechter als bei anderen von der Odeg betriebenen Strecken, heißt es in der Mitteilung. Die Ursachen seien zunächst teilweise auch bei der Fahrzeugverfügbarkeit und damit bei der Odeg zu suchen gewesen. Seit diesem Sommer stünden der Eisenbahngesellschaft jedoch ausreichend Fahrzeuge zur Verfügung.

Insbesondere von Juni bis Anfang November war die Pünktlichkeit der RE 2 durch Umleitungsverkehre und geänderte Fernzugfahrpläne wegen der Elbe-Flut beeinträchtigt. In der ersten Woche mit voll verfügbarer Infrastruktur und ohne Störungen durch die hochwasserbedingten Umleitungen werteten Odeg und VBB auf Veranlassung von Jörg Vogelsänger im November die Betriebsabwicklung aller Züge des RE 2 aus. Mitarbeiter des VBB saßen dazu in der Leitstelle der Odeg und verfolgten für jeden Zug genau die Verspätungsursachen. Die Odeg stellte hierfür alle technischen Systeme zur Echtzeitauswertung zur Verfügung, auf die sie auch selbst für die Betriebsführung zurückgreift und aus denen die Fahrgastinfos des VBB gespeist werden.

Ergebnis: Die Pünktlichkeit konnte zwar gesteigert werden, aber es treten immer noch zu oft Verspätungen auf. Gründe hierfür, so die Analyse, lägen u. a. in Überholungen durch verspätete Fernzüge im Abschnitt Ludwigslust- Berlin/Spandau, Verzögerungen bei der Einfahrt in den Bahnhof Berlin/Spandau, Konflikten im Bahnhof Berlin/Spandau durch dort endende RE 6-Züge. Auch die fast immer verzögerte Abfahrt des RE 2 um 16.01 Uhr aus Cottbus wegen des verspäteten Eurocity-Zuges „Wawel“ ist ein Grund. Von der Odeg zu vertretende Ursachen, so das Fazit, habe man in der untersuchten Woche nur in sehr wenigen Fällen festgestellt. Jörg Vogelsänger beauftragte den VBB, in der ständigen Arbeitsgruppe „Pünktlichkeit“ zwischen VBB, DB Netz und den beteiligten Verkehrsunternehmen so schnell wie möglich eine Lösung zu finden.

Im neuen Fahrplan wird mit der Verlängerung des RE 6 von Berlin/Spandau nach Berlin/Gesundbrunnen eine Störungsursache beseitigt, außerdem erwartet man mit der neu gestalteten Linie RB 19 eine Entlastung der RE 2 zwischen Königs Wusterhausen und dem Zentrum Berlins.


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