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Eichenprozessionsspinner in der Prignitz : Raupenplage schwächt sich ab

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Eichenprozessionsspinner wird auf deutlich weniger Flächen bekämpft. Naturschutzverbände lehnen Aktion ab

von
erstellt am 23.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Voraussichtlich in der zweiten Maiwoche startet die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners. Koordiniert durch den Landkreis werden Kommunen befallene Flächen bekämpfen. Über letzte Details sprachen die Beteiligten gestern.

510 Hektar werden aus der Luft, 144 Hektar vom Boden aus bekämpft. Im vergangenen Jahr waren es deutlich mehr: 2500 Hektar. Der Rückgang des Befalls sei ein Erfolg der vergangenen zwei Jahre, sagt die zweite Beigeordnete Dr. Sabine Kramer. „Wir bekämpfen auch nicht vorbeugend, sondern nur den tatsächlichen Befall“, ergänzt sie.

Um den zu ermitteln, werden Fraßschäden aus dem Vorjahr ausgewertet, Nester gezählt und die Eiablagen im Winter ausgewertet. Für die Forst stand danach fest: „Die Voraussetzungen sind nicht gegeben, wir müssen nicht bekämpfen“, so Förster Eckhard Kakstein. Einzige Ausnahme sind Waldbereiche bei Rühstädt. Dort gab es im vergangenen Jahr den stärksten Befall innerhalb des Kreises. Eckhard Kakstein spricht von einem „Totalfraß“.

Rühstädt wurde 2015 nicht bekämpft, weil die Flächen unter Naturschutz stehen. Die Abwägung zwischen Naturschutz und der menschlichen Gesundheit müsse immer wieder neu getroffen werden. Der Naturschutzbeirat des Kreises habe in diesem Jahr keine Einwände erhoben, informiert Frank Giese von der unteren Naturschutzbehörde. Die Biosphärenreservatsverwaltung Rühstädt stimme prinzipiell zu, regte aber an, in der Nähe von Wasserflächen eine Bodenbekämpfung zu prüfen. Damit soll vermieden werden, dass der Wind den Sprühnebel trotzt eines Sicherheitsabstands auf Wasser treibe. Ein achtseitiger Einspruch kam am Donnerstag von den anerkannten Naturschutzverbänden.

Die Bekämpfung sei nicht notwendig, Artenschutzbelange unzureichend berücksichtigt, nennt Frank Giese zwei Einwände. Gegenvorschläge sehen so aus: die Raupen absaugen oder die Bereiche sperren. In der Praxis würde das bedeuten, eine betroffene Landstraße wochenlang zu sperren. Und selbst wenn die Raupen sich verpuppen, bleiben ihre Brennhaare zurück und die könnten noch nach acht Jahren Allergien beim Menschen auslösen, so Giese. Man werde bekämpfen, die Gesundheit des Menschen habe Vorrang. Den Naturschutzverbänden stehe der Klageweg offen.

Die Kommunen kündigen die Aktion offiziell im Bekanntmachungsblatt an. Die meisten Flächen liegen in der Gemeinde Gumtow. Geflogen wird von vier Flughäfen aus: Wutike, Legde, Lenzersilge, Pritzwalk.

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