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Eichenprozessionsspinner ist zurück : Raupen vertreiben Touristen von der Elbe

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Schlosspark Rühstädt massiv befallen / Bekämpfung war hier nicht zulässig

Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners war offensichtlich nicht so erfolgreich, wie im vergangenen Jahr. An mehreren Orten in der Prignitz haben sich die Raupen entwickelt, Eichen befallen. Besonders dramatisch schildern Betroffene die Situation im Schlosspark von Rühstädt. In der bei Einheimischen und Gästen des Storchendorfes beliebten Anlage sind eine ganze Reihe von Bäumen befallen. Besucher klagen über allergische Reaktionen, ausgelöst durch die gefährlichen Härchen der Raupen.

Dem zuständigen Funktionsförster Jörg Gröning ist die Situation bekannt und er beschönigt sie nicht: „Wir haben diese Hinweise bekommen, uns vor Ort informiert und ich muss sagen, es sieht wirklich schlimm aus.“

Grund für den starken Befall ist, dass die Parkfläche nicht besprüht wurde. Gröning erklärt das mit diversen Verordnungen einer Bundesbehörde. Unter anderem müssten 50 Meter Abstand zu Oberflächengewässern eingehalten werden, die es im Park gibt. Da maximal die Hälfte einer Waldfläche besprüht werden darf, reduziert sich die mögliche Bekämpfungsfläche enorm, so der Förster. Weitere Einschränkungen hätten ein Überfliegen des Parkes nicht mehr sinnvoll erscheinen lassen.

„Jetzt können wir nichts machen, wir sind selbst nicht glücklich über diese Situation“, räumt er ein. Letzte Chance wäre ein Absaugen der Raupen, doch dafür sei der Grundstückseigentümer und nicht die Forst zuständig.

Ein Absaugen hat das Amt Bad Wilsnack/Weisen auf dem Parkplatz in Gnevsdorf unterhalb des Wehres veranlasst. Grund waren Hinweise von Touristen, die den Elberadweg nutzen. Einer von ihnen ist Christoph Möller aus Schwerin.

Angelockt von der Nachricht, dass der Eichenprozessionsspinner erfolgreich bekämpft wurde, wollte er auf dem Elberadweg radeln. In Gnevsdorf endete die Tour, bevor sie richtig begann, erzählt er uns am Telefon. Da er schon einmal stark allergisch reagiert hatte, vermied er jegliches Risiko, fuhr enttäuscht zurück und wandte sich an unsere Redaktion.

„Wir hatten mehrere Hinweise erhalten, uns deshalb für das Absaugen an dieser Stelle entschieden“, sagt Gustav Fritz, Mitarbeiter im Wilsnacker Ordnungsamt.


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erstellt am 12.Jun.2014 | 08:00 Uhr

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