Bekämpfung in dritter Runde : Raupen am Deich sind echte Gefahr

Da zahlreiche Flächen nicht bekämpft wurden, könnte sich der Eichenprozessionsspinner wieder ausbreiten.
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Da zahlreiche Flächen nicht bekämpft wurden, könnte sich der Eichenprozessionsspinner wieder ausbreiten.

Kreis bereitet für das nächste Frühjahr dritte Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners vor.

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12. November 2014, 22:00 Uhr

Unbeirrt von den teils massiven Einschränkungen in diesem Jahr, bereitet der Landkreis die dritte flächendeckende Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im nächsten Frühjahr vor. „Die Erfassung befallener Flächen ist fast abgeschlossen“, sagt die zuständige Sachbereichsleiterin Dr. Sabine Kramer.

Insgesamt sind dem Kreis 2800 Hektar gemeldet worden, davon 1200 von den Kommunen. Vom Landesbetrieb Straßenwesen stehe eine abschließende Zahl noch aus, so Kramer. Im nächsten Schritt werden die Flächen im Geoportal des Kreises veröffentlicht. „Zwei Wochen werden sie einsehbar sein. Das ist die letzte Möglichkeit, Korrekturen und Nachmeldungen vorzunehmen“, sagt Dr. Kramer.

Auf diesen Zahlen basierend, bereitet der Kreis die Ausschreibung der Bekämpfung vor. Diese soll möglichst wieder aus der Luft erfolgen. Bernd Lindow, Leiter der unteren Wasserbehörde, fordert eine konsequente Bekämpfung entlang des Elbdeiches. Der nachgewiesene starke Befall an einigen Abschnitten sei für Einsatzkräfte eine ernste Gefahr im Fall einer Hochwasserabwehr. Die Härchen der Raupen können Allergien auslösen. Beim Hochwasser 2013 wurden Einsatzkräfte verletzt. Mehrfach haben Baubetriebe in der Prignitz ihre Arbeiten unterbrochen, weil Mitarbeiter über gesundheitliche Probleme klagten.

Sabine Kramer informierte, dass die Landesregierung noch nicht auf die Resolution des Kreistages reagiert habe. Darin hatten die Abgeordneten formuliert, die Landesregierung möge die Bundesbehörden auffordern, die Zulassungsbedingungen und Auflagen für das Mittel Dipel ES zu ändern. Außerdem solle die Landesregierung anerkennen, dass die Bekämpfung eine Maßnahme zur Abwehr einer unmittelbar drohenden Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellt und deshalb die Gefahrenabwehr bei den Behörden vor Ort liegt. Landes- und Bundesbehörden hatten in diesem Jahr die Bekämpfung erschwert.


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