Cumlosen : Ratten, Eisbären und ein Seehund

Nachdem jeder Verein einzeln ins Wasser sprang, ließen es sich die Mitglieder nicht nehmen, auch nochmal zusammen im Neubrack zu planschen.  Fotos: Thomas Stengel
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Nachdem jeder Verein einzeln ins Wasser sprang, ließen es sich die Mitglieder nicht nehmen, auch nochmal zusammen im Neubrack zu planschen. Fotos: Thomas Stengel

Der Einladung zum 16. Spektakel der Cumlosener Brackratten folgten am Samstag viele Eisbadevereine aus der Republik .

svz.de von
10. November 2014, 08:00 Uhr

Mila ist ein echte Wasserratte, ihr Frauchen ein Berliner Seehund. Überall, wo es Marina Hunger und ihren Eisbadeverein hintreibt, reist die Labrador-Mischlingsdame mit. Am Samstag ging es nach Cumlosen zum 16. Brackspektakel. „Wir sind acht befreundete Vereine, die das kühle Nass lieben und immer mal wieder zusammen die Eisbadesaison genießen“ sagt Vereinsvorsitzender Jörg Molz von den Cumlosener Brackratten.

Angesichts des strahlenden Sonnenscheins und zehn Grad Wassertemperatur am Samstagnachmittag kann nicht wirklich von einer Abkühlung die Rede sein, zumindest nicht aus Sicht der insgesamt 75 Schwimmer, hauptsächlich aus dem Osten der Republik. „Hier fehlt eindeutig Eis“, scherzt Marina Hunger von den Berliner Seehunden. Dem stimmt auch ihre Vereinskollegin Carola zu „Wir haben ja extra Badesachen bei, die wir bei minus 15 Grad sonst einfach weggelassen hätten.“ Sie erklärt, dass Badehosen und -Anzüge bei eisigen Temperaturen einfach gefrieren würden. „Zieht man dann die Klamotten aus, das reißt einem jedes Haar aus“ scherzt sie.

Hart im Nehmen und nicht mal durch die streikende Bahn zu stoppen, ist Dietrich Orzech, von allen nur das „einzelne Walross aus Stralsund“ genannt. Der 75-Jährige lässt es sich trotz des Alters und Sonnenschein-Wetters nicht nehmen, in die Fluten zu springen. Naja, dass es ihm in Cumlosen aber viel zu warm ist, bekundet er lautstark, als er nach seinem Tauchgang an die zwölf Grad „warme“ Luft zurückkehrt. Einige Zuschauer saßen da bereits mit kalten Füßen in dicken Mänteln eingepackt und begossen sich über den Badespaß.

Unter ihnen: Acht Brandenburger Eisbären, die sich währenddessen auf ihren Wassergang vorbereiten. Den Einladungen der befreundeten Vereine folgen die Schwimmer immer gern. „Wir waren schon in Leipzig, Polen und letztes Jahr haben wir in der Ostsee einen Rekord geknackt“, erzählen Heike und Thomas Gose. Eisbär-Freundin Jutta Tasche erklärt, dass es für die Masse Winterbader, die gleichzeitig ins Wasser stiegen, einen Eintrag ins Buch der Weltrekorde gab. „Da muss die Ostsee auf der anderen Seite übergeschwappt sein“, scherzt Cornelia Netter.

Für großen Spaß sorgen auch immer die bunten Kostümierungen. Während die Eisbären mit Mützen in Form ihres „Wappentiers“ ins Wasser springen, kleiden sich die Brandenburger Huskey-Kollegen stilecht wie Matrosen in gestreiften Overalls. Die Gardelegener Wasserspringer entschieden sich für knallgelbe Schwimmanzüge, ganz so wie es sich für die wasserliebenden Quietsche-Entchen gehört. Andere bevorzugen lieber Regen- oder Sonnenschirmen, Fahnen, Kuscheltiere oder Perücken – einfach „nur“ baden ging am Samstag kaum jemand.

Und immer dabei: Hündin Mila. Der schwarze Vierbeiner war kaum aus dem Wasser zu kriegen und wenn, dann nutzte sie die Gelegenheit, um beim Landgang all die Trockengebliebenen nass zu schütteln.

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