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Der Prignitzer

12. Dezember 2017 | 15:17 Uhr

Raser sollen runter vom Gas

vom

svz.de von
erstellt am 16.Jan.2012 | 06:13 Uhr

Pinnow | Gleich drei seiner Katzen fand Manfred Misigaiski am Morgen des 5. Januar leblos am Straßenrand vor seiner Haustür. "Totgefahren von rücksichtslosen Rasern", wie er sagt. Mit einer geschätzten Geschwindigkeit von 80 bis 100 Stundenkilometern heizen Autofahrer durch den Ort Pinnow bei Pröttlin (Gemeinde Karstädt), wie er regelmäßig beobachte. "Und es ist ihnen egal, ob dort Kinder auf dem Weg zur Bushaltestelle nah an der Fahrbahn entlang gehen. Bei Katzen halten die bewusst drauf. Da wird nicht mal abgebremst", macht der aufgebrachte Pinnower seinem Ärger Luft. In einer E-Mail hatte sich die Familie an den "Prignitzer" gewandt.

Misigaiski ist wütend. Denn seine drei überfahrenen Katzen sind längst nicht die ersten Opfer der Schnellfahrer: "Zwei Monate vorher wurden auch schon zwei meiner Katzen überrollt. Auch andere Katzen finde ich öfter am Straßenrand. Wir schaffen uns jedenfalls keine neuen mehr an. Das bringt ja nichts." Misigaiski hat mittlerweile auch Angst um seine Tochter Celine. Sie gehört zu den Kindern, die auf dem Weg zum Schulbus täglich die Straße entlanggehen müssen. Seine Befürchtung: "Wenn nicht bald was unternommen wird, könnte das nächste Opfer ein Kind sein."

Pröttlins Ortsvorsteher Hartmut Rusch kann Misigaiskis Beobachtungen indes nicht teilen: "Ich weiß nichts von einem Raserproblem", sagt er. "Natürlich gibt es ab und zu Schnellfahrer, aber dass es überhand nimmt, ist mir noch nicht aufgefallen. Im Gegenteil: Ich finde sogar, dass es im Moment relativ ruhig ist."

Wie der Pinnower Misigaiski dagegenhält, sei das Raserproblem aber nicht neu: "Das haben wir hier schon ewig", sagt Misigaiski. "Sowohl tagsüber als auch nachts." Er und seine Lebensgefährtin hätten sich bereits an den Landkreis gewandt, damit im Ort endlich ein Blitzgerät aufgestellt wird: "Getan hat sich bisher aber noch nichts," moniert er.

Eine Nachfrage des "Prignitzers" bei Ulrich Runde, Sachbereichsleiter Service/Kasse beim Landkreis Prignitz, ergab jedoch gute Nachrichten für die Pinnower: So soll in den kommenden Tagen ein mobiles Blitzgerät im Ort aufgestellt werden: "Das kann schon in den nächsten Tagen passieren", so Runde. Mit dem Blitzer müsse dann durch die Verkehrsunfall kommission festgestellt werden, wie groß das Raserproblem tatsächlich sei, bevor über ein stationäres Blitzgerät nachgedacht werden könne.

Auch Toralf Reinhardt, Pressesprecher bei der Polizeidirektion Nord, bestätigt, dass das Raserproblem in Pinnow bei der Verkehrspolizei der Direktion und bei der Polizeiinspektion Prignitz bereits bekannt sei und kündigt polizeiliche Maßnahmen an: "Wir planen ab sofort geschwindigkeitsüberwachende und sonstige Verkehrskontrollen in Pinnow." Stattfinden sollen diese mindestens ein Mal pro Woche.

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