Lärm in Wittenberge : Rasenmäher versus Schlafbedürfnis

Der Rasenmäher als „Überltäter“.
Der Rasenmäher als „Überltäter“.

Hotelier ärgert sich über Stadtbetriebshof / Dieser setzt auf Verständnis

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19. August 2016, 06:15 Uhr

Herbert Schroller als Chef der Hotel-Pension „Zur Elbaue“ ärgert sich: Es ist kurz nach 7. Eine Uhrzeit, zu der Hotelgäste auf Urlaubsreise gern noch schlafen. An diesem 9. August ist daran aber nicht zu denken. Denn sie werden von einer lautstarken Rasen-Mäh-,Höllenmaschinen’, wie der Hotelier beschreibt, „unsanft geweckt“. „Zirka zwei Stunden lang wurde dann ein so immenser Lärmpegel verursacht, wie er um diese Uhrzeit für Gäste nicht zumutbar ist“, schildert der Hotelchef den Vorfall. „Als Hotelbesitzer frage ich mich“, so Schroller, „wo bleibt die Rücksichtnahme?“ Es würden Anstrengungen unternommen, Wittenberge zu einem Tourismusmagneten werden zu lassen und den Gästen einen angenehmen Aufenthalt zu bieten. Und dann so was?

Herbert Schroller ist davon überzeugt, dass beim Einsatz besonders lautstarker Geräte, und um ein solches habe es sich bei dem des Betriebshofs gehandelt, „laut Rasenmäher-Verordnung mit Stand vom Mai 2015 einige Einschränkungen bzw. Ruhezeiten, die eingehalten werden müssen, gelten“. Er sagt: „Laut Gesetz dürfen diese Geräte auch unter der Woche nur zwischen 9 und 13 Uhr sowie zwischen 15 und 17 Uhr betrieben werden.“

Verärgert ist Schroller auch über die Straßenreinigung, „die morgens mit lautstarken Kehrmaschinen unter den Fenstern der bewohnten Hotelzimmer entlang fährt“.

Mit ein wenig gutem Willen müsste es doch wohl sowohl beim Mähen wie beim Kehren möglich sein, „früh morgens bevorzugt an Stellen außerhalb von Wohngebieten und Hotels zu arbeiten und erst ab 9 Uhr die entsprechenden Gebiete der Innenstadt zu reinigen“, so Schroller.

Warum plant der Betriebshof nicht, wie von Schroller vorgeschlagen?

Weil es organisatorisch bei dem Arbeitsanfall in der Stadt gar nicht möglich sei, so Andreas Grieswald als Chef des städtischen Eigenbetriebs. Denn irgendwo würden die Geräusche immer stören. Grieswald versichert: „Wir versuchen, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten, sie lassen sich aber aus organisatorischen Gründen nicht immer vermeiden.“

Die Aufgabe des Betriebshofes sei es, das Grün auf öffentlichen Flächen zu pflegen. Keineswegs wolle man bewusst oder absichtlich Anwohner oder Gewerbetreibende ärgern. Grieswald sagt: „Es sollte ein gegenseitiges Verständnis vorhanden sein“ und verspricht in Bezug auf die Hotel-Pension „Zur Elbaue“: „Wir versuchen, die folgenden Mäharbeiten zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen, können aber keine feste Zusage geben, da es sich organisatorisch nicht immer machen lässt.“

Mit Verweis auf die gewerbliche Tätigkeit des Betriebshofes und auf die Stadtordnung widerspricht der Betriebsleiter aber der Meinung des Hoteliers, es dürfe nur von 9 bis 13 Uhr und dann von 15 bis 17 Uhr gemäht werden. Der Betriebshof darf, so sei es auch in der Stadtordnung verankert, von 7 bis 20 Uhr gewerbliche Tätigkeiten durchführen, an einigen Örtlichkeiten sind Unterhaltungsarbeiten bereits ab 6 Uhr gestattet, so Grieswald.

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